Ausstellung in Halle zeigt Himmelsscheibe von Nebra

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Im Februar 2002 ist die Himmelsscheibe von Nebra in der Schweiz aus den Fängen von Hehlern gerettet worden. Seitdem wird das Artefakt mit Goldauflagen erforscht. Der technische Fortschritt ermöglicht ständig neue Erkenntnisse. Auch daran erinnert die Jubiläumsschau „Die Welt der Himmelsscheibe von Nebra - Neue Horizonte“, die ab heute, Freitag, im Landesmuseum für Vorgeschichte in der deutschen Stadt Halle für die Öffentlichkeit geöffnet ist.

Hoch über der Himmelsscheibe von Nebra im Atrium des Museums hängt eine Kuppel aus 60 Bildschirmen. „Die Videoinstallation inszeniert in wechselnden Bildern das Streben der Menschen nach Wissen und Macht vor rund 4.000 Jahren, bis in die Gegenwart“, sagt Landesarchäologe Harald Meller. „Es ist eine Epoche, die erst vor rund 20 Jahren in das öffentliche Bewusstsein der Menschen zurückkehrte.“

Die über 3.600 Jahre alte Scheibe steht in einer blauen Vitrine und ist raffiniert ausgeleuchtet. Um das Artefakt herum sind vier weitere Vitrinen mit den Symbolen der europäischen Bronzezeit aufgestellt. Sie erinnern an den berühmten Steinkreis im englischen Stonehenge. Zu sehen sind das „Cape von Mold“ aus Wales (Großbritannien), der Goldhut von Schifferstadt (Rheinland-Pfalz), die Goldschiffchen von Nors (Dänemark) und das Schiffsmodell von Caergwrle, Flintshire aus dem englischen Wales.

„Jeder Fund hat seine eigene Geschichte“, sagt Meller. „Zusammen bilden sie ein einmaliges Mosaik der Zeit in der Herrschaftswissen und Waren über tausende Kilometer ausgetauscht und gehandelt wurden.“ Das Material für die Himmelsscheibe kommt aus Österreich und England, das auf der Scheibe abgebildete Wissen stammt aus dem Nahen Osten.

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Insgesamt können Besucherinnen und Besucher auf 900 Quadratmetern rund 400 Objekte bewundern. Dazu gehören Alltagsgegenstände, gefunden als Grabbeigaben. Sie zeigen Lebenswelten, Geschmack der damaligen Eliten sowie den Stand der Handwerkskunst. Beispielsweise sind in der Schau goldener Halsschmuck aus England, Frankreich und Dänemark, Goldtassen aus England, ein Goldbecher aus der Schweiz, Goldbleche und eine Bronzepinzette aus Griechenland sowie Waffen aus Gold und Bronze aus Frankreich, den Niederlanden und Rumänien zu sehen.

Aber auch geborgene Gräber im Block, also wie die Toten im Originalzustand lagen, verdeutlichen in der Ausstellung die religiöse Welt und ihre Rituale der Bronzezeit. „Insgesamt konnten wir 50 Leihgeber aus 14 Ländern für die Ausstellung gewinnen“, sagte Projektleiter Michael Schefzik. Ein Kooperationsvertrag mit dem British Museum sieht vor, die Himmelsscheibe nach der Schau in Halle anschließend in London zu zeigen.

Die Himmelsscheibe von Nebra mit Goldauflagen gehört zu einem Bronzeschatz, den Sondengänger im Sommer 1999 gefunden hatten. Sie gilt als weltweit älteste Darstellung konkreter astronomischer Phänomene.


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