Gute Sicht in Wien auf partielle Sonnenfinsternis

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Nach mehr als sechs Jahren ist heute, Donnerstag, wieder eine Sonnenfinsternis in Österreich zu sehen. Besonders eindrucksvoll ist das Himmelsschauspiel aber nicht: Der Mond wird die Sonnenscheibe nur zu maximal rund fünf Prozent bedecken. Von Wien aus hatte man gute Sicht, als sich der Mond pünktlich um 11.52 Uhr vor die Sonne zu schieben begann. Im Westen und Süden störten dagegen Wolken die Beobachtung. Für diese ist unbedingt ein entsprechender Schutz notwendig.

Die größte Bedeckung der Sonne wird um 12.40 Uhr erreicht sein. Die Finsternis endet um 13.28 Uhr. Während sich in Wien nur wenige Wolken immer wieder vor das Himmelsschauspiel schoben, hofft man auf der Sternwarte Gahberg bei Weyregg am Attersee (OÖ) auf Wolkenlücken: „Die Westströmung schiebt die Wolken etwas weg und wir hoffen, dass wir in den nächsten Minuten vielleicht durch eine dieser Wolkenlücken zum ersten Mal etwas sehen“, sagte Erwin Filimon vom Astronomischen Arbeitskreis Salzkammergut zur APA. Der Verein bietet auch einen Livestream zur Beobachtung der aktuellen Finsternis vom Computer aus an.

Auch am Observatorium Kanzelhöhe für Sonnen- und Umweltforschung der Universität Graz gab es zunächst keine freie Sicht. „Wir haben derzeit starke Bewölkung, hoffen aber, dass wir noch etwas sehen. Es zieht von Westen her noch etwas blau auf, vielleicht geht es noch auf“, sagte der diensthabende Wissenschafter des bei Treffen am Ossiacher See (Kärnten) gelegenen Observatoriums, Werner Pötzi, zur APA. Die Kamera laufe jedenfalls und der Turm werde aufgemacht, sobald die Sonne scheine. Auch über die Homepage des Observatoriums werden alle paar Minuten Live-Bilder von der Sonnenfinsternis zur Verfügung gestellt - so sie zu sehen ist.

Sonnenfinsternisse gibt es nur bei Neumond. Da steht der Mond von der Erde aus gesehen nahe der Sonne. Durchschnittlich zwei Mal im Jahr verdeckt der Erdtrabant dabei zumindest teilweise die Sonnenscheibe und es kommt zu einer Sonnenfinsternis. Diese ist allerdings nicht überall auf der Erde zu sehen. Bei der aktuellen Finsternis ist die Bedeckung umso größer, je weiter man im Norden beobachtet. In Norddeutschland etwa ist die Sonnenscheibe zu rund einem Fünftel bedeckt, in den nördlichen Polarregionen kann man eine ringförmige Sonnenfinsternis sehen.

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In Wien dauert die partielle Sonnenfinsternis insgesamt eine Stunde und 36 Minuten. Aufgrund der geringen Bedeckung bleibt die Finsternis ohne Auswirkungen auf die Umgebung: Es wird weder merklich dunkler noch merklich kühler.

Die nächste von Österreich aus zu sehende Sonnenfinsternis gibt es - ebenfalls partiell - am 25. Oktober 2022, immerhin mit einer Bedeckung von 30 Prozent. Noch imposanter wird die partielle Sonnenfinsternis am 12. August 2026 mit einer Bedeckung von 87 Prozent der Fläche, „der höchste Wert seit 1999“, wie Alexander Pikhard von der Wiener Arbeitsgemeinschaft für Astronomie (WAA) zur APA sagte. Schon in Spanien wird dieses Ereignis als totale Finsternis zu beobachten sein. In Wien gab es die letzte totale Sonnenfinsternis am 8. Juli 1842, die nächste findet erst am 16. Mai 2227 statt.

Um die Finsternis zu beobachten muss man unbedingt mit entsprechendem Schutz zur Sonne schauen. Mit freiem Auge braucht man eine Finsternisbrille oder Sonnenfilterfolie, die im astronomischen Fachhandel erhältlich sind. Experten warnen davor, „Hausmittel“ wie Rettungsdecken, rußgeschwärzte Gläser, CDs oder ähnliches zu verwenden.

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