Titelverteidiger Portugal holt im Finish 3:0 gegen Ungarn

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Titelverteidiger Portugal hat einen Fehlstart in die paneuropäische Fußball-Europameisterschaft erst spät abgewendet. Gegen Ungarn fuhr die Elf von Fernando Santos am Dienstag in Budapest dank drei Toren binnen acht Minuten in der Schlussphase noch einen 3:0-(0:0)-Erfolg ein. Doppeltorschütze Cristiano Ronaldo stellte dabei auch zwei Bestmarken auf. Mit elf Toren ist er nun der alleinige EM-Rekordtorschütze. Zudem kam er als erster Spieler bei fünf EM-Endrunden zum Einsatz.

Raphael Guerreiro brachte die Portugiesen in Minute 84 in Führung. Ronaldo traf in der 87. (Elfmeter) und 92. Minute und löste sich damit von Michel Platini, der wie er bei neun EM-Treffern gehalten hatte. Der 36-jährige Ronaldo absolvierte gegen Ungarn seine 22. EM-Partie. Insgesamt steht der Juventus-Star nun bei 176 Länderspielen für Portugal. Seinen ersten EM-Einsatz hatte der fünfmalige Weltfußballer am 12. Juni 2004 gegen Griechenland im Rahmen der Heim-Euro bestritten.

Wie erwartet setzte Portugal anfangs mehr Offensivakzente, die Ungarn standen zumeist mit fünf Mann in der Verteidigung. Tormann Peter Gulacsi machte in der ersten Hälfte mehrere gute Chancen der Portugiesen zunichte. So wehrte der bei RB Leipzig unter Vertrag stehende Goalie in der fünften Minute einen Schuss von Diogo Jota ab. Auch einen Abschluss von Ronaldo, bei dem später auf Abseits entschieden wurde, hätte Gulacsi ohnehin pariert (19.).

In der 30. Minute fiel ein Ronaldo-Kopfball zu schwach aus und verfehlte sein Ziel. Die beiden besten Torchancen der ersten Hälfte ließen die Portugiesen kurz vor der Halbzeit ebenfalls aus: Zunächst zeichnete sich Gulacsi bei einem Schuss aus der Drehung von Jota erneut aus (40.). Dann kam Ronaldo nach einer präzisen Flanke aus kürzester Distanz ungehindert zum Abschluss, war darauf aber nicht gefasst und beförderte den Ball über die Querlatte (43.).

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Die einzige Chance der Ungarn vergab Adam Szalai in der 37. Minute nach einem mit dem Kopf verlängerten Freistoß. Nach der Pause hatte Portugals Schlussmann Rui Patricio bei einem Distanzschuss des ungarischen Kapitäns keine Mühe (50.), auch Roland Sallai scheiterte (57.). Die Offensivbemühungen der Hausherren verstärkten sich nach dem Seitenwechsel dennoch merklich.

In der 68. Minute parierte Gulacsi einen gut platzierten Schuss von Bruno Fernandes aus großer Distanz. Danach wurde die Puskas-Arena kurzzeitig in Jubelstimmung versetzt. Der kurz davor eingewechselte Szabolcs Schön stand bei einem Treffer allerdings im Abseits (80.).

Auf der Gegenseite erlöste Guerreiro die Portugiesen mit dem späten 1:0. Ein von ihm mit dem Außenrist abgegebener und von Willi Orban abgefälschter Schuss fand den Weg ins Tor. Drei Minuten später verwertete Ronaldo einen Strafstoß souverän und sorgte für klare Verhältnisse. Dem war ein Foul von Orban an Rafa Silva vorausgegangen. Für den Schlusspunkt sorgte neuerlich Ronaldo, nachdem er Gulacsi ausgespielt hatte.

Vor der Partie spielten sich in der ungarischen Hauptstadt umstrittene Szenen ab. Tausende Fans versammelten sich dicht gedrängt auf dem Heldenplatz und marschierten dann bis zur Puskas-Arena. Ein Mund-Nasen-Schutz wurde Augenzeugen zufolge nur vereinzelt getragen. Budapest ist der einzige Spielort bei der EM, der eine volle Stadionauslastung zulässt.

Ausländische Fans mussten am Stadioneingang einen negativen PCR-Test vorlegen, der nicht älter als 72 Stunden ist. Die ungarischen Fans benötigen für den Besuch der EM-Matches in Budapest einen Immunausweis - für sie reicht ein negativer PCR-Test nicht aus. Einen solchen Ausweis erhält in Ungarn, wer zumindest eine Impfung gegen Covid-19 erhalten hat oder nachweislich eine Corona-Erkrankung überstanden hat.


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