Delta-Variante Unsicherheitsfaktor bei Corona-Prognose

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Die täglichen Neuinfektionen dürften in den kommenden sieben Tagen leicht sinken und sich bei täglichen 100 bis 130 Fällen einpendeln. Davon gehen die Experten des Covid-Prognose-Konsortium in ihrer am Mittwochnachmittag auf der Internetseite des Gesundheitsministeriums veröffentlichten Einschätzung aus. Unsicherheitsfaktor ist allerdings noch die Delta-Variante. Wenn diese Mutation eine Prävalenz von 40 Prozent erreicht, dann könnten Neuinfektionen auch wieder steigen.

Die Experten des Prognose-Konsortiums berechneten, dass die Reproduktionszahl bei der Delta-Variante bei 1,28 und damit deutlich über 1,0 liegt. Eine R-Zahl von exakt 1 bedeutet, dass pro Fall eine weitere Neuansteckung ausgelöst wird. Den R-Wert von 1,28 errechneten die Experten, indem sie davon ausgingen, dass diese Mutation eine erhöhte Übertragbarkeit von 60 Prozent aufweist und weil der R-Wert der Alpha-Variante (B.1.1.7) bei 0,8 liegt, wie etwa am 25. Mai in Österreich beobachtet wurde. Dass lässt zu erwarten, das bei einer Verbreitung der Delta-Variante bei 40 Prozent die Zahl der Neuansteckungen wieder in die Höhe gehen werden.

Denn derzeit geht das Prognose-Konsortium davon aus, dass sich die Sieben-Tages-Inzidenz aufgrund des Rückgangs der Fallzahlen bis zum 30. Juni auf 8,72 Fälle pro 100.000 Einwohner absinken wird. Momentan liegt sie bei 9,5. Die Entwicklung in den einzelnen Bundesländern ist hierbei unterschiedlich. Die Spannbreite der Sieben-Tages-Inzidenz am letzten Prognosetag reicht von 3 in der Steiermark bis 20 in Wien.

Von einem starken Rückgang gehen die Experten zumindest bei den Belagszahlen auf den Intensivstationen von 73 am 22. Juni auf 37 bis zum 7. Juli aus. Bezogen auf die gesamte Bettenkapazität auf Intensivpflegestationen - am 22. Juni waren es 2.052 Betten - lag die Auslastung bei 3,56 Prozent. Gemäß Prognose sinkt dieser Anteil innerhalb von zwei Wochen auf 1,8 Prozent. Auf den Normalstationen wird es im selben Zeitraum eine Reduktion von 169 auf 94 Patienten geben. Diese Zahlen sehen deshalb so positiv aus, weil das Konsortium hier auch die Durchimpfungsraten und die dadurch zu erwartenden Effekte auf die Spitalskapazitäten miteingerechnet hat.

Die Experten haben in ihrer Prognose aber auch miteingerechnet, dass es keine plötzliche Verhaltensänderungen der Maßnahmen im Prognosezeitraum eintreten und dass die Teststrategie in allen Bundesländern gleich bleibt. Allerdings hat die Bundesregierung für den 1. Juli weitere Lockerungen angekündigt.


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