Verdächtigem nach Juweliertötung viele Delikte nachgewiesen

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Ein halbes Jahr nach einem tödlichen Juwelierüberfall in Wien-Landstraße war im April ein Tatverdächtiger an der serbisch-ungarischen Grenze festgenommen worden. Mittlerweile wurden dem 20-jährigen Serben 34 zum Teil schwere Delikte nachgewiesen, berichtete Oberst Michael Mimra, Leiter des Ermittlungsdienstes des Landeskriminalamts Wien, am Freitag bei einer Pressekonferenz. Ein Komplize wurde mittlerweile in Salzburg festgenommen, einer ist auf der Flucht.

Auf die Spur kamen die Ermittler dem Verdächtigen durch einen Zufallsfund. Der Serbe hatte auf einer Autobahn eine Tasche aus einem Pkw geworfen. In dieser befanden sich eine Waffe des überfallenen Juweliers sowie blutige Kleidung. Sie wurde in Breclav in Tschechien vom Straßendienst gefunden. Danach folgte für die Polizisten eine regelrechte „Knochenarbeit“, berichtete Oberstleutnant Dietmar Berger vom Landeskriminalamt. Neben einer öffentlichen Fahndung mit qualitativ nicht sehr guten Bildern überprüften die Beamten auch 40.000 Grenz-Bewegungen von Pkw.

Schließlich galten zwei Personen als dringend tatverdächtig, die auf Fotos von den Opfern auch wiedererkannt wurden. Der Serbe wurde in Ungarn festgenommen und nach Österreich ausgeliefert. Für einen Komplize klickten in Salzburg die Handschellen. Der 20-Jährige wurde bis dato acht Mal einvernommen, er zeigte sich zu allen Taten geständig, sagte Nina Bussek von der Staatsanwaltschaft Wien. Emotionslos schilderte er bei den Befragungen durch die Ermittler die Taten, so Berger. „Er hat es beschrieben, als würde er zur Arbeit gehen.“ Das Motiv sei stets Habgier gewesen.

Dem Serben werden im Zeitraum von zwei Jahren vor seiner Festnahme mehrere Delikte zur Last gelegt, die er mit wechselnden Komplizen verübt haben soll. Neben dem Juwelier in Wien-Landstraße soll er im Juni 2020 auch einen Juwelier in Wien-Alsergrund überfallen haben. „Er ging dabei unglaublich brutal vor, jede Gegenwehr wurde sofort beendet“, schilderte Berger. Zudem soll er drei Home-Invasions - in den Bezirken Währung, Hietzing und Wieden - begangen haben. Auch hier waren der 20-Jährige und seine Komplizen „brutal und emotionslos“. Die Opfer erlitten „fatale Verletzungen mit Dauerschäden“, berichtete Berger. Dass am Tag des tödlich verlaufenen Juwelierraubs zuvor noch der Versuch einer Home-Invasion durchgeführt wurde, unterstreiche die Kaltblütigkeit.

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Seit seiner Auslieferung befindet sich der Verdächtige in der Strafanstalt Josefstadt in Untersuchungshaft, sagte Bussek. Da der Täter das 21. Lebensjahr noch nicht vollendet hat, gilt für ihn allerdings das Jugendstrafrecht. Im Falle einer Verurteilung drohen ihm somit zehn bis 20 Jahre Haft.


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