Senta Berger las Alfred Polgar beim Kultur.Sommer.Semmering

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Anlässlich ihres 80. Geburtstags wurde Senta Berger zuletzt mit etlichen Auszeichnungen bedacht. Am vergangenen Wochenende las die österreichische Schauspielerin beim Kultur.Sommer.Semmering im Südbahnhotel aus „Sie und Er“ von Alfred Polgar und erzählte anschließend freimütig aus ihrem Leben und über ihre Karriere: eine Begegnung der überaus sympathischen Art.

„Zu früh“: So quittiert Berger den frenetischen Empfang, den ihr das Publikum bereitet. Feine Ironie kennzeichnet ihre eloquente Contenance, und diese Ironie findet sich auch in Polgars Texten, die „von den archaischen Eigenschaften des Menschen handeln“, in Geschichten, „die man verfilmen könnte. Vielleicht mach ich das noch einmal“, meint Berger. Polgar sei ein „kritischer Wiener“ gewesen wie sie selbst, doch sei sie „so selten in Wien, dass ich keine Gelegenheit dazu finde.“ Mit wunderbar differenzierter Stimmgebung und Gespür für die reizvollen, reizenden und gereizten Situationsbilder entstehen mitreißende Miniaturen mit köstlichen Mann-Frau-Dialogen, vom Semmeringer Salonquartett erstklassig in musikalischen Intermezzi bereichert.

„Gedanken über Unabänderliches helfen nicht weiter. Ich bin kein religiöser Mensch und meditiere auch nicht. Ich muss Endlichkeit erst lernen“: Im Gespräch mit Intendant Florian Krumpöck gab die bewundernswert jugendlich wirkende Grande Dame des österreichischen Theaters und Films anschließend Auskunft über ihre Ansichten auch zu den letzten Dingen. „Wenn ich schon begraben sein muss, will ich unter einem Stein liegen, der mit gefällt.“

Auch Fragen aus der Zuhörerschaft beantwortet Berger ohne Umschweife. Was denn ihr Traum wäre, noch einmal zu machen? „Ich habe diesen Traum nicht.“ Ihre Haltung zum Feminismus? „Ich war immer unabhängig. Eine Gruppe Frauen ohne einen Mann langweilt mich.“ Warum sie so bodenständig und geerdet wirke? „Ich bin ein Stier!“

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