Mobilitätsplan soll bis 2040 Klimaneutralität ermöglichen

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In Österreich soll bis zum Jahr 2040 Klimaneutralität erreicht werden. Rund 30 Prozent der heimischen Emissionen kommen aus dem Verkehrsbereich. Um die Klimakrise zu bewältigen, braucht es umfassende Änderungen. Diese sollen mit dem Mobilitätsmasterplan 2030 umgesetzt werden. Fünf Ziele sollen den Weg in Richtung sauberen Verkehr aufzeigen und ermöglichen, hieß es bei der Vorstellung des Regierungsplans bei einer Pressekonferenz am Freitag in Wien.

Erst am Mittwoch hat die EU-Kommission einen Vorschlag präsentiert, der vorsieht, dass in der EU ab 2035 nur noch emissionsfreie Neuwagen zugelassen werden sollen. Der österreichische Plan sieht das schon für 2030 vor, sagte Infrastrukturministerin Leonore Gewessler (Grüne). Als weiteren Punkt sollen Nachtzüge Kurzstreckenflüge ersetzen. „Wir werden unsere vollen Kapazitäten auf der Schiene mobilisieren“, kündigte ÖBB-Chef Andreas Matthä an.

Als weiteren Punkt wurde die Verlagerung des Güterverkehrs auf die Schiene genannt. Derzeit liegt der Anteil des Güterverkehrs bei 31 Prozent, sagte Gewessler. Bis 2040 soll der Anteil auf 40 Prozent steigen. Vierter Punkt des Mobilitätsplans ist die Erhöhung der Mobilität aus eigener Kraft, also zu Fuß gehen und Radfahren. Insgesamt soll der Anteil der Wege, die aus eigener Kraft zurückgelegt werden, bis 2040 auf 35 Prozent steigen. Derzeit trifft dies auf 23 Prozent aller Strecken zu.

Als fünften Punkt nannte Gewessler den Einsatz grünen Treibstoffs für Flugzeuge und Schwerverkehr. Dazu gehören etwa E-Fuels oder Wasserstoff in der Luftfahrt oder im Schwerverkehr. 2035 sollen in Österreich alle Lkws, die neu zugelassen werden, emissionsfrei fahren. 2040 sollen alle Flugzeuge in Österreich emissionsfrei unterwegs sein, sagte die Umweltministerin.

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Dafür ist auch der Ausbau der Ladeinfrastruktur erforderlich. Entlang der Autobahnen und Straßenbahnen gibt es derzeit 156 Ladepunkte für Pkw. Bis Ende des Jahres sollen es 200 sein. „Damit erreichen wir das Ziel, dass alle 65 Kilometer am Autobahnen -und Schnellstraßennetz eine Ladestation zur Verfügung steht“, sagte Asfinag-Vorstand Josef Fiala.

Der vorgelegte Mobilitätsmasterplan hat 60 Seiten und könne als „Karte und Kompass“ gesehen werden. „Es ist ein Plan mit dem was wir brauchen, dass uns die Mobilitätswende gelingt. Wir haben nun viel Arbeit vor uns, um all das zu konkretisieren“, sagte Gewessler. Christian Hochfelder, Direktor von Agora Verkehrswende, sprach von einer „Herkulesaufgabe“, bis 2040 die Klimaneutralität zu erreichen.


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