Aufräumarbeiten nach Hochwasser in Österreich angelaufen

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In den Unwettergebieten Österreichs sind am Montag die Aufräumarbeiten angelaufen - so etwa in Nieder- und Oberösterreich, in Hallein oder in Kufstein. Laut Franz Resperger vom NÖ Landesfeuerwehrkommando habe sich die Wetterlage gebessert, die Nacht sei verhältnismäßig ruhig gewesen. Rückläufig waren die Pegelstände entlang der Donau, wo es nur kleinräumige Überflutungen gegeben hatte. In Hallein dürfen weiterhin 50 Personen nicht in ihre Häuser und Wohnungen zurück.

Bereits am Sonntagabend hatte in den von Unwettern betroffenen Gebieten in den Bezirken Melk, Scheibbs, Krems, St. Pölten, Tulln, Mödling und Korneuburg ein erstes Aufräumen gestartet. Am Montag ging dies „im großen Stil“ weiter, sagte Resperger, denn: „Die Schäden sind beträchtlich.“ Die Tätigkeiten der Helfer werden „in den nächsten Tagen andauern“, ein Ende sei aktuell „noch gar nicht abschätzbar“. Als Einsatzbereich galt u.a. das Befreien von Fahrbahnen vom Schlamm.

Durchwegs angespannt hatte sich in der Nacht auf Montag die Situation an der Donau gezeigt. An der Messstelle in Kienstock (Bezirk Krems) war der Pegel zwischenzeitlich bei beinahe acht Metern gelegen. Am Montagvormittag wurde laut den Wasserstandsnachrichten des Landes ein Wert von 737 Zentimetern verzeichnet. Mit einer weiteren Entspannung wurde gerechnet. Generell ist laut Resperger entlang des Flusses „die große Katastrophe ausgeblieben“.

Auch in der Stadt Hallein laufen die Aufräumarbeiten nach der Sturzflut am Samstagabend weiter auf Hochtouren. Noch immer können 50 Personen nicht in ihre Häuser und Wohnungen zurück, wobei 30 davon nur vorsorglich evakuiert worden waren, weil im Ortsteil Gamp die Gefahr von Muren noch nicht gebannt ist. Im Laufe des Montags wird ein Geologe aus der Luft beurteilen, wann jene 30 Bewohner in ihre Häuser zurück können,

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Wie Bürgermeister Alexander Stangassinger (SPÖ) am Montag zur APA sagte, dürften die durch den ausufernden Kothbach angerichteten Schäden in die Millionen gehen. „Es liegt aber noch keine vollständige Aufstellung vor. Es wird Wochen bis Monate dauern, um das tatsächlich in Euro beziffern zu können“. Alleine aufseiten der Stadt seien etwa das Keltenmuseum, die Salzberghalle und das Keltenmuseum betroffen. Teile der Sommerrodelbahn und der Lifttrasse am Zinkenkogel wurden durch Muren weggerissen. „Aus dem privaten Bereich werden noch laufend Schäden gemeldet“, sagte Stangassinger.

In Oberösterreich waren am Montagvormittag ebenfalls fallende Wasserstände zu erwarten, weil nach Mitternacht keine relevanten Niederschläge gefallen waren und auch in den kommenden Tagen mit keinen mehr zu rechnen ist. Der Höchststand an der Salzach war laut dem Hydrographischen Dienst Oberösterreich bereits Sonntagabend erreicht worden, ebenso am Inn in Schärding. Ähnliche Meldungen kamen von der Donau. Lediglich für Grein im Bezirk Perg wurde noch in den kommenden Stunden ein geringfügiger Anstieg vorhergesagt. In Steyr war alle Pegel der Enns und sowie der Oberlieger stark fallend.

In Schärding, wo mobile Hochwasserschutzelemente und Pumpenanlagen die Überflutung von zwölf Häusern verhindert hatten, waren am Montag noch Verkehrswege gesperrt. Mit den Aufräumungsarbeiten musste noch bis zum Rückzug des Wassers gewartet werden. Danach müsse es aber schnell gehen, bevor der zurückgelassene Schlamm bei Schönwetter extrem hart und dann nur noch schwer zu entfernen ist, hieß es seitens der Einsatzleitung.

In mehreren Landesteilen waren noch Hauptverbindungen gesperrt. Die Salzkammergutstraße (B145) im Bezirk Gmunden bleibt nach einem Murenabgang in Traunkirchen im Bezirk Gmunden voraussichtlich bis Mittwoch nicht befahrbar. Dort war am Sonntag eine Autofahrerin trotz einer Totalsperre mit ihrer Familie unterwegs gewesen, bis sie in den Geröllmassen stecken blieb und von der Feuerwehr geborgen werden musste. Ein 30-jähriger Bergretter, der dort für eine Erkundung durch den Landesgeologen zur Sicherung ein Seilgeländer errichtete, wurde von einem oberhalb abgehenden kopfgroßen Stein getroffen. Er wurde verletzt, musste von seinen Kameraden geborgen und anschließend ins Spital eingeliefert werden. Auch im Stadtgebiet von Steyr sind Wege wegen Steinschlägen und Hangrutschungen bis auf weiteres gesperrt.

In Kufstein waren rund 100 Feuerwehrleute seit den Morgenstunden unter anderem mit dem Auspumpen von Kellern und Tiefgaragen beschäftigt, berichtete Bürgermeister Martin Krumschnabel im APA-Gespräch. Noch bis etwa 21.30 Uhr gab es in der zweitgrößten Stadt Tirols teils heftige Niederschläge, erst in den Nachtstunden wurde es ruhiger. Die Höhe des Schadens konnte Krumschnabel nicht abschätzen.

Die Überflutungen in der Innenstadt betrafen vorwiegend Keller, Tiefgaragen sowie ebenerdige Geschäftslokale. Auch der Kindergarten und der Turnsaal der Stadt waren betroffen, sagte Krumschnabel. Von beschädigten Wohnungen war ihm bis auf einen Fall nichts bekannt, es wurde auch niemand verletzt. Der Bürgermeister rief die Bevölkerung dazu auf, die entstandenen Schäden zu melden und genau zu dokumentieren. Ihnen wurde Hilfe aus dem Katastrophenfonds des Landes zugesagt. Die Innenstadt wurde Montagfrüh für den gesamten Verkehr gesperrt.

Das Hochwasser in Kufstein hatte vor allem die Zulaufbäche des Inn anschwellen und über die Ufer treten lassen, der Pegel des Inn blieb dagegen auf einem ungefährlichen Niveau. Die Bäche verlaufen zum Teil unter den Häusern und waren stark verklaust. „Es wurde hier tonnenweise Sand und Gestein herausgeschöpft“, sagte Krumschnabel. Mehrere Lkw-Ladungen mit Material, das die Wassermassen von den Bergen heruntergespült hatten, mussten weggebracht werden. „In der Menge hat es das noch nie gegeben“, berichtete der Stadtchef.

Doch nicht nur in der Stadt Kufstein hat am Montag das große Aufräumen begonnen. Vermurungen und Überschwemmungen gab es vereinzelt über ganz Tirol verteilt, der Schwerpunkt war aber eindeutig in den Bezirken Kufstein und Kitzbühel. Die Pegelstände der Flüsse sind seit Sonntagabend im ganzen Land kontinuierlich wieder gesunken, wie aus dem Portal des Landes, „Hydro Online“, hervorging.


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