Kickl will in Sachen Corona „Frohbotschaften“ verbreiten

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FPÖ-Chef Herbert Kickl will in Sachen Corona in der Bevölkerung lieber „Frohbotschaften“ verbreiten. „Wir machen in Österreich den großen Fehler, dass man sich mit den paar Haus- und Hofvirologen ständig beschäftigt, die im Sold der Regierung stehen und natürlich das zum Besten geben, was ins Konzept von Kurz und Co passt“, so Kickl im „Puls4/24“-Sommergespräch am Montag.

Eine solche Botschaft wäre etwa, dass von Kindern de facto keine Ansteckungsgefahr ausgehe, meinte Kickl bei seiner Sommergespräch-Premiere als neuer Parteichef auf der Hohen Wand. Das stamme nicht von ihm, sondern aus Studien von Leuten, die „alle viel mehr am Kasten haben als die Virologen, die bei uns im Fernsehen ein- und ausgehen“. Fangen sich Kinder das Coronavirus doch ein, hätten sie kaum schwere Krankheitsverläufe. Er wisse daher nicht, warum man Kinder impfen sollte.

Oder: „Es ist wissenschaftlich durch, dass für einen normalen, gesunden Menschen bis 60, 70 Jahre eine Infektion eigentlich relativ ungefährlich ist“, meinte Kickl. Anders sei es bei Risikogruppen: Dort mache eine Impfung Sinn, wenn man sich freiwillig dafür entscheide. Derzeit werde aber versucht, mithilfe der Delta-Variante die Menschen in die Impfung „hineinzutreiben“.

Seine Auftritte bei Anti-Corona-Demos verteidigte Kickl - selbst wenn unter anderem Personen aus der rechtsextremen Szene dabei gewesen seien. „Ich könnte genauso sagen, der Bundeskanzler war gemeinsam mit Gottfried Küssel im Biergarten.“ Die Teilnehmer hätten ja nichts Verbotenes gemacht, weil sie ja sonst nicht auf freiem Fuß wären. Selbst bei jenen, die deshalb bereits im Gefängnis gewesen seien, müsse man sich fragen, ob ihnen das nach der Tilgung der Strafe ewig nachhängen solle. „Das sind Leute, die man nicht aus dem demokratischen Spektrum ausschließen kann, solange sie auf dem Boden der Verfassung und der Rechtsstaatlichkeit agieren und keine Gewaltbereitschaft im Spiel ist.“

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Beim Klimaschutz hält der FPÖ-Chef Kickl nichts von „überbordenden Ideen, bis 2040 dies oder jenes zu erreichen, wenn diese Ziele utopisch sind“. Die Freiheitlichen würden sich dazu bekennen, dass bei diesem Thema - Kickl will lieber von „Naturschutz“ sprechen - ein Beitrag geleistet werden müsse. Es stelle sich aber die Frage der Verhältnismäßigkeit: „Bei den Maßnahmen, die vorgeschlagen werden, hat man manchmal den Eindruck, 80 Prozent des CO2-Ausstoßes entfallen auf die EU und zehn Prozent auf Österreich.“ Das führe zu Dingen, die er als „zu ambitioniert“ bezeichnen würde. Wenn alle Staaten gleichzeitig ihre Energieversorgung umstellen und der Verbrauch außerdem wie zu erwarten weiter anwachse, sei die Versorgungssicherheit nicht gewährleistet.

Eine ökosoziale Steuerreform hält Kickl für einen „Deckmantel für einen Großangriff auf die Bevölkerung in Form von Steuererhöhungen“. Die Menschen in Österreich würden schon zu viele Steuern zahlen. „Welcher Titel auch immer draufsteht bei Steuern - sobald etwas Neues dazukommt, wird es keine Zustimmung der FPÖ finden.“


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