Austria erwartet „Gradmesser“ gegen Sturm-Schreck Breidablik

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Die Austria sieht bei ihrem Comeback auf der internationalen Bühne einem Gradmesser für ihre aktuelle Verfassung entgegen. Die Favoritenrolle nehmen die Violetten vor dem Hinspiel gegen Breidablik aus Island in der zweiten Qualifikationsrunde der neu geschaffenen Conference League an. Am Donnerstagabend (18.00 Uhr/live ORF 1) geht auch Neo-Trainer Manfred Schmid in seine erste echte Bewährungsprobe.

Plakativ lancierte die Austria im Sommer einen Neubeginn. Dieser soll bei der Rückkehr der Fans auf die Tribünen auch gegen den Dritten der laufenden isländischen Meisterschaft sichtbar werden. „Wir gehen so ans Spiel heran, die Runde weiterzukommen“, betonte Schmid. Wo die Mannschaft derzeit stehe, sei aber schwierig zu sagen.

Das 4:0 im Cup-Auftritt bei Regionalligist Spittal/Drau am Wochenende lieferte wenige neue Erkenntnisse. „Es wird ein Gradmesser gegen einen guten und spannenden Gegner“, meinte Schmid am Tag vor der Partie gegen Breidablik. Im Europacup spielte die Austria zuletzt 2019, damals war gegen Apollon Limassol aus Zypern in der Europa-League-Qualifikation schnell Endstation.

Breidablik ruft indes in Graz schlechte Erinnerungen wach. Sturm zog im Herbst 2013 gegen den Underdog in der Europa-League-Qualifikation den Kürzeren. Nach einem 0:0 auf Island war die Blamage nach einem 0:1 in Graz perfekt. Damals bei den Steirern dabei: Marco Djuricin. Der Stürmer soll nun für die Austria die nötigen Tore schießen. Das Duell mit den Wienern buchten die Isländer über einen Erfolg gegen den luxemburgischen Club Racing Union (3:2, 2:0).

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Die Fußball-Sparte des Multisportvereins aus Kopavogur südlich von Reykjavik stufte Schmid anders als erwartet ein. „Breidablik spielt nicht den isländischen Fußball, wie man immer glaubt. Da gibt es nicht nur hohe Bälle nach vorne. Sie spielen gepflegten Ballbesitzfußball über viele Stationen nach vorne.“ Eines wollte Schmid deshalb betont wissen: „Was wir sicher nicht machen, ist, dass wir sie unterschätzen. Das wird nicht passieren.“

Die Austria will in der vom färöischen Referee Kari a Hövdanum geleiteten Partie jedenfalls das Geschehen bestimmen. Von den Neuzugängen soll Marvin Martins die rechte Außenbahn beackern. Der Rechtsverteidiger wurde im Cup aufgrund von Muskelproblemen geschont. Manfred Fischer ist im linken Mittelfeld gesetzt. Im Kader fehlt einzig Patrick Wimmer weiter aufgrund seiner Sprunggelenksverletzung.

Der erst Montag für die Innenverteidigung geholte Lukas Mühl wäre an sich bereits spielberechtigt, der Deutsche soll sein neues Team aber erst einmal kennenlernen. Schmid sieht in Mühl eine richtige Verstärkung. „Er ist ein Spieler, der Mentalität und Tempo mitbringt. Er wird uns besser machen, davon bin ich überzeugt“, erklärte der Coach über den 24-Jährigen, der viele Jahre für den 1. FC Nürnberg spielte.

Für die Austria startet gegen Breidablik ein dichtes Programm zu Saisonbeginn. Am Sonntag geht es zum Bundesliga-Start in Ried weiter, ehe das Rückspiel in Kopavogur am kommenden Donnerstag ansteht. Kapitän Markus Suttner war voller Tatendrang: „Wir wollen international spielen, es ist gut, dass du loslegst. So bekommst du einen Rhythmus. Ich denke, es freut sich jeder darauf“, sagte der Routinier.

Schaffen die Favoritner den Aufstieg, geht es in der dritten Qualifikationsrunde (5./12. August) gegen den Sieger der Begegnungen zwischen Aberdeen und BK Häcken aus Schweden. Um in die Conference League einzuziehen müsste danach noch das Play-off überstanden werden. Das Antreten in der Gruppenphase wird von der UEFA mit einem Startgeld von 2,94 Millionen Euro belohnt. Geld, das die finanziell angeschlagene Austria sicher brauchen könnte.


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