Jubel um „Don Giovanni“-Premiere bei Salzburger Festspielen

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Mit 13-minütigem Jubel ging am Montagabend im Großen Festspielhaus die erste Opernpremiere der diesjährigen Salzburger Festspiele zu Ende. „Don Giovanni“ war in der Inszenierung von Romeo Castellucci und dem Dirigat von Teodor Currentzis als Höhepunkt des heurigen Programms annonciert worden - und erfüllte die hohen Erwartungen nur zum Teil. Der Regisseur, der 2018 hier eine sensationelle „Salome“ geschaffen hatte, überfrachtete die Mozart-Oper mit einer Fülle von Einfällen.

Die Inszenierung konzentriert sich im ersten Akt vor allem darauf, in einem leeren Kirchenraum (der in einem längeren stummen Vorspiel vor der Ouvertüre von aller christlichen Symbolik befreit wird) viele Bilderrätsel zur bekannten Handlung um den Wüstling und Mörder Don Giovanni hinzuzufügen. Im zweiten Teil steht der bereits im Vorfeld viel besprochene stumme Frauenchor aus 150 Salzburgerinnen im Mittelpunkt, für den sich Cindy Van Acker eine überkomplizierte, die Handlung nicht selten hemmende Choreografie einfallen ließ.

Vier Stunden (inklusive Pause) dauert die Aufführung, was auch an Teodor Currentzis liegt, der mit seinem musicAeterna Orchestra selten dramatisch zuspitzt und das Geschehen vorantreibt, sondern das musikalische Material in aller Ruhe und mit viel Gefühl ausbreitet. Dieser „Don Giovanni“ zielt auf ein größeres Ganzes - was ihm freilich viel Schwung kostet. Die Sängerleistungen waren durchwegs solide bis ausgezeichnet, den meisten Jubel gab es um „Donna Anna“ Nadezhda Pavlova, Anna Lucia Richter als Zerlina und Federica Lombardi als Donna Elvira. Für den Regisseur gab es am Ende neben viel Applaus auch das eine oder andere Buh.

Bis 20. August stehen noch fünf Vorstellungen des „Don Giovanni“ auf dem Programm. Es gibt noch Restkarten.

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