Straka bei Olympia mit Medaillenchancen in Golf-Schlussrunde

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Österreichs PGA-Tour-Ass Sepp Straka geht mit einer seriösen Medaillenchance in die Schlussrunde des Olympia-Golfturniers nahe Tokio. Der nach Runde eins führende Halbzeit-Vierte lieferte am Samstag in der dritten Runde eine „bunte“ 68er-Runde ab, liegt als geteilter Fünfter mit 11 unter Par aber nur drei Schläge hinter dem mit -14 solo vor Hideki Matsuyama führenden Amerikaner Xander Schauffele. Matthias Schwab (-5) ist hingegen wohl aus dem Rennen um Edelmetall.

Der dritte Golftag begann im eleganten Kasumigaseki Country Club mit etwas Verspätung und dafür mit geteiltem Feld auf den Tees 1 und 10, weil wegen einiger Unterbrechungen am Vortag 16 Spieler ihre zweite Runde erst fertigspielen mussten. So auch der japanische Publikumsliebling, Masters-Gewinner Matsuyama.

Der in der vorletzten Gruppe wie Schwab von Tee 1 spielende Straka legte zunächst furios los wie am ersten Turniertag und katapultierte sich mit drei frühen Birdies auf den Bahnen 3, 4 und 6 auf -11 und zur geteilten Führung mit dem Halbzeit-Führenden Schauffele sowie dem Briten Paul Casey. Wie das Genie kam dann aber wieder einmal doch auch der Wahnsinn über den 28-Jährigen.

Denn auf dem folgenden Par 3 (7. Loch) trat sich der gebürtige Wiener einen doppelten Schlagverlust ein und fiel damit auf -9 zurück. Der auf der US-PGA-Tour gestählte Weltranglisten-161. konterte aber postwendend mit Birdies auf dem folgenden Par fünf sowie der Neun (Par 4) und war noch vor dem Turn wieder ganz dran an der Spitzengruppe.

Die Berg- und Talfahrt beim in den USA lebenden, gebürtigen Wiener setzte sich bei schwül-heißem Wetter auf den zweiten Neun zunächst mit einem Bogey auf der 11. Bahn fort. Erst danach „beruhigte“ sich das Spiel des Österreichers. Hatte er auf den Front-Nine fünf Birdies und ein Doppel-Bogey gespielt, bügelte er auf der von ÖGV-Präsident Peter Enzinger sowie Sportdirektor Nikolaus Zitny begleiteten, zweiten Rundenhälfte sein Bogey auf der 17 mit einem Birdie wieder aus.

Aufgrund der knappen Abstände ist das Feld der Medaillen-Anwärter am Sonntag riesig, und Straka gehört aber dazu. „Auf jeden Fall“, antwortete Straka gegenüber dem ORF, ob er Gedanken an eine Medaille habe. „Man versucht immer zu gewinnen, überhaupt, wenn man in die Situation kommt.“

Matthias Schwab hingegen ist wohl aus dem Rennen um Edelmetall. Als 20. bei 4 unter Par in den dritten Tag gestartet musste der Steirer angreifen und bezahlte das nach zwei 69er-Runden mit der bisher schwächsten Runde. Vier Schlagverlusten - drei davon auf den ersten neun Bahnen - hielt er zwar fünf Birdies entgegen, die 70er-Runde warf den 26-Jährigen vor dem Schlusstag aber sogar aus den Top 30.

„Das war ziemlich schwach am Anfang. Ich habe mich aber gut zurückgekämpft, die zweiten Neun waren in Ordnung“, bilanzierte Schwab im Wissen, dass für ihn der Zug Richtung Medaillen abgefahren ist. „Wenn ich vielleicht eine 59 oder 58 spiele, habe ich noch Chancen“, meinte er schmunzelnd.

Gold-Favorit am Sonntag ist US-Profi Schauffele, der seine Halbzeitführung in Runde drei erfolgreich verteidigte und sich mit Birdie am 18. Loch auch noch etwas absetzte. Der 1993 im kalifornischen La Jolla geborene und in Las Vegas lebende Alexander Vicor „Xander“ Schauffele kommt aus einer bemerkenswerten Sport-Familie mit deutschen Wurzeln. Vater Stefan, ein ehemaliger Zehnkämpfer, ist sein bisher einziger Schwungcoach. Zwei Großväter waren gute Fußballer. Johann Hoffmann schaffte es sogar in Österreichs Nationalteam und wurde mit Rapid zweimal Meister. Richard Schauffele kickte in der deutschen Bundesliga u.a. für den VfB Stuttgart.


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