Biles holt am Balken hinter zwei Chinesinnen Bronze

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Zum Abschluss der Turn-Wettkämpfe bei den Olympischen Spielen in Tokio hat US-Superstar Simone Biles Bronze am Schwebebalken gewonnen. Die Chinesinnen feierten einen Doppelsieg durch Guan Chenchen und Tang Xijing. Biles hatte aufgrund mentaler Probleme auf den Mehrkampf und drei Gerätefinali verzichtet, kehrte am Dienstag aber doch noch einmal auf die Olympia-Bühne zurück.

Die 24-jährige Amerikanerin zeigte im Finale am Schwebebalken eine fast fehlerfreie Übung, die mit Bronze belohnt wurde. Für Biles war es die zweite Medaille an diesen Spielen nach Silber im Team-Finale, das sie allerdings nach nur einem Sprung abgebrochen hatte. Auch IOC-Präsident Thomas Bach ließ es sich nicht nehmen, der US-Amerikanerin die Hand zu schütteln. Die Chinesinnen Guan Chenchen und Tang Xijing waren aber eine Klasse für sich und sicherten sich Gold und Silber.

Biles war nach ihrer Vorstellung glücklich. „Ich bin auf mich stolz, nachdem was ich hier durchgemacht habe“, sagte sie. Viermal Gold und einmal Bronze hatte die Amerikanerin bei den Spielen in Rio vor fünf Jahren geholt. „Das ist definitiv schöner. Ich werde diese Medaille nach all dem viel mehr schätzen“, betonte Biles. Nach ihrer Übung brandete Applaus auf. „Am Ende des Tages müssen die Leute erkennen, dass wir nur Menschen sind, und nicht nur Unterhaltung. Es spielen sich Dinge hinter den Kulissen ab, über die die Menschen keine Ahnung haben“, sagte Biles weiter.

Zuvor hatte sie in der teilweise in Frage/Antwort-Form verfassten Instagram-Story über „Twisties“ geschrieben. So werden in den USA mentale Blockaden im Turnen bei Schraubendrehungen genannt. Vor der Reise nach Tokio habe sie keine Probleme gehabt. Diese hätten erst nach der Qualifikation begonnen. Sie könne nicht verstehen, warum Körper und Kopf nicht zusammenspielen. „Wo sind die Kabel unterbrochen? Das war schwer. Ich habe mein Leben lang trainiert, ich war körperlich bereit, es ging mir gut. Und dann ist das passiert, was ich nicht kontrollieren kann“, beschrieb sie nach dem Wettkampf.

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In einem späteren TV-Interview schloss Biles den früheren sexuellen Missbrauch durch einen Teamarzt als Grund für ihre mentalen Probleme nicht aus. „Jetzt, wo ich darüber nachdenke, vielleicht im Hinterkopf, wahrscheinlich ja, weil es bestimmte Auslöser gibt“, sagte sie dem US-Sender Today. „Du weißt es nicht einmal, aber ich denke, es könnte sein“, ergänzte Biles.

Ob die Rekord-Weltmeisterin in drei Jahren bei den nächsten Olympischen Spielen noch einen neuen Anlauf nimmt, ein fünftes Gold zu gewinnen, steht für die 24-Jährige derzeit nicht zur Debatte. „Paris ist definitiv nicht in meinem Kopf, denn ich denke, da sind so viele Dinge, an denen ich zuerst für mich selbst arbeiten muss“, sagte sie.

Ebenfalls einen chinesischen Sieg gab es am Barren, an dem Zou Jingyuan seiner Favoritenrolle gerecht wurde. Der Weltmeister von 2017 und 2018 turnte wiederum eine Übung nahe der Perfektion und wurde dafür mit einer Note von 16,233 belohnt. Der Deutsche Lukas Dauser sicherte sich mit Silber die erste Medaille bei einem weltweiten Großanlass, Bronze holte der Türke Ferhat Arican.


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