IPCC-Klimabericht warnt vor schweren Katastrophen

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Am Montag wird in Genf der Weltklimarat IPCC den ersten Teil seines sechsten Sachstandsbericht präsentieren. Die Inhalte sind zwar bis zur Veröffentlichung vertraulich, ersten Informationen zufolge dürfte der Bericht aber dramatisch ausfallen: Die beteiligten Wissenschafterinnen und Wissenschafter warnen angesichts aktueller Naturkatastrophen demnach vor noch schwereren, wenn der Klimawandel nicht eingedämmt wird.

Die Erde hat sich im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter bereits um 1,1 Grad erwärmt. Das Pariser Abkommen soll die Erwärmung auf deutlich unter zwei Grad, möglichst aber 1,5 Grad Celsius beschränken. Bei einer Erwärmung um zwei Grad sah der IPCC-Berichtsentwurf schwerwiegende globale Folgen für Mensch und Natur. Es droht demnach der Zusammenbruch ganzer Ökosysteme. Wasser- und Lebensmittelknappheit und Krankheiten als Folgen der Erderwärmung werden in den kommenden Jahrzehnten immer schneller um sich greifen.

An dem Bericht waren Vertreter von fast 200 Ländern beteiligt. Die Empfehlungen der Wissenschafterinnen und Wissenschafter gelten als wegweisend für die globale Klimapolitik. In dem ersten Teil geht es um naturwissenschaftliche Grundlagen des Klimawandels - insbesondere die Entwicklung des Anteils von Treibhausgaben in der Atmosphäre und deren Wirkung sowie Szenarien für das künftige Fortschreiten der Erderwärmung. Ein Extra-Kapitel befasst sich diesmal mit der Wirkung kurzlebiger Treibhausgase. Dies betrifft etwa Methan, dessen Treibhaus-Wirkung deutlich stärker ist als die von Kohlendioxid, das jedoch auch schneller in der Atmosphäre wieder abgebaut wird.

Der IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) wurde 1988 von der UN-Umweltorganisation (UNEP) und der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) gegründet. Seine Aufgabe ist es, die Politik neutral über die wissenschaftlichen Erkenntnisse zur Klimaveränderung und über mögliche Gegenmaßnahmen zu informieren. Dem IPCC gehören 195 Staaten an. Sie entsenden Experten, die eigenständig Berichte erstellen und das letzte Wort darüber haben.

Noch im November dieses Jahres wird die UN-Klimakonferenz in Glasgow stattfinden, in deren Beratungen die Erkenntnisse des ersten Berichtsteils einfließen dürften. Die Veröffentlichung von Teil 2 des Sachstandsberichts ist für Februar 2022 vorgesehen, von Teil 3 für Ende März kommenden Jahres. Der Synthesebericht soll Ende September 2022 vorliegen und wie gewohnt eine Zusammenfassung der drei Teile liefern - im November 2014 wurde dessen Vorgänger vorgestellt.


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