China plant Verbot von „illegalen“ Karaoke-Liedern

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China will Karaoke-Lieder mit „illegalen Inhalten“ verbieten. Wie das Kulturministerium am Dienstag bekanntgab, soll es eine Verbotsliste für Lieder geben, die die nationale Sicherheit und Einheit gefährden, zu ethnisch motiviertem Hass aufrufen oder Sekten, Glücksspiel und Kriminalität befördern. In seiner Mitteilung führte das Ministerium nicht aus, wie ein Lied die nationale Sicherheit gefährden könnte oder welche Stücke genau auf die Liste gesetzt werden sollen.

Karaoke ist ein beliebtes Hobby in China. Die Regierung lässt regelmäßig von ihr als „politisch inkorrekt“ eingestufte Lieder von chinesischen Streaming-Plattformen entfernen. Ein sogenanntes Sicherheitsgesetz, das Peking vergangenes Jahr der Sonderverwaltungszone Hongkong auferlegte, kriminalisiert die öffentliche Darbietung von Liedern, die während der Proteste gegen die Hongkonger Regierung 2019 gesungen wurden.

Die neuen Regelungen, die im Oktober in Kraft treten sollen, verlangen von Anbietern von Karaoke-Liedern, ihre Sammlungen zu überprüfen. Das Ministerium kündigte an, eventuell auch eine Prüfungsstelle für Lieder einzurichten. Im chinesischen Online-Netzwerk Weibo kritisierten Nutzer die neue Regelung. „Sollte ich zehn Mal den selben positiven Song singen, um mich selbst einer Gehirnwäsche zu unterziehen und mich positiver zu stimmen?“, schrieb ein Nutzer.


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