Höchster Wert seit Mai: Mehr als 900 Neuinfektionen gemeldet

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Mehr als 900 Neuinfektionen mit SARS-CoV-2 sind am Mittwoch in Österreich gemeldet worden. Deutlich mehr Erkrankte als zuletzt müssen im Krankenhaus versorgt werden: 197 Personen sind aktuell hospitalisiert, um 21 mehr als am gestrigen Dienstag. 48 Menschen benötigten intensivmedizinische Betreuung. Das sind um acht Patientinnen und Patienten mehr als am Dienstag und um 23 mehr als noch vor einer Woche.

Konkret kamen in den vergangenen 24 Stunden 902 neue Fälle hinzu. Das ist deutlich mehr als der Schnitt der vergangenen sieben Tage mit 597 Fällen. Es ist auch der höchste Wert seit dem 13. Mai. Damals wurden laut Innen- und Gesundheitsministerium 933 Neuinfektionen binnen 24 Stunden dokumentiert. Mit Stand Mittwoch gelten österreichweit 6.811 Menschen als aktiv infiziert, um 366 mehr als am Dienstag.

Unterdessen wurde bei den Impfungen die Zehn-Millionen-Marke durchbrochen. Seit Beginn der Impfkampagne wurden exakt 10.039.144 Immunisierungen verabreicht. Erfreut darüber zeigten sich Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) und Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) in einer gemeinsamen Aussendung. Kurz sprach dabei von einem „erfreulichen Meilenstein“: „Wir sind auf einem guten Weg.“ Gleichzeitig richtete er erneut einen Appell an die Jüngeren: „Es ist aber wichtig, jetzt weiter dranzubleiben und auch noch jene zu motivieren, die bis jetzt nicht geimpft sind, vor allem unter den Jungen. Ich möchte nochmals eindringlich an alle appellieren, vom Impfangebot Gebrauch zu machen, um sich selbst und andere zu schützen.“

Gesundheitsminister Mückstein sieht mit Blick auf die zehnmillionste Impfung „eine großartige Leistung, die wir nur gemeinsam erreichen konnten“: „Pro Kalendertag wurden heuer durchschnittlich rund 45.000 Impfungen durchgeführt.“ Zu den Zahlen meinte er am Abend in der ORF-“ZiB1“: „Das zeigt auf jeden Fall, dass die vierte Welle begonnen hat.“ Man müsse mit den Impfungen „ordentlich Gas geben“, betonte Mückstein. „Wir müssen jetzt gegensteuern, damit wir im Herbst vertretbare Zahlen haben.“

Kritisch bewerten Experten die derzeit steigenden Infektionszahlen aber noch nicht. Herwig Ostermann, Geschäftsführer der Gesundheit Österreich (GÖG), sagte im „Kurier“ (Donnerstagsausgabe): „Nach derzeitigem Stand verkraftet das Gesundheitssystem bei gegenwärtiger altersspezifischer Hospitalisierungsrate je nach Altersstruktur und Impfstatus der positiv Getesteten zwischen 3.000 und 10.000 Neuinfektionen am Tag, ohne dass es zu einer Überlastung der Intensivstationen kommt.“ Dabei ist die Altersverteilung maßgeblich, in der das Virus zirkuliert: Je jünger die infizierte Bevölkerung ist, desto mehr Infektionen seien verkraftbar.

Die Impfkampagnen laufen aber immer schleppender, vor allem was die erste Dosis betrifft. Mit nur 12.928 Erst- und Zweitstichen wurden am Montag so wenige Impfungen verabreicht, wie seit 5. April nicht mehr. Am Dienstag kamen dann 34.865 Immunisierungen hinzu, davon aber nur 3.238 Erststiche.

Insgesamt haben laut den Daten des E-Impfpasses bisher 5.364.105 Menschen bereits zumindest eine Teilimpfung erhalten: Das sind 60,1 Prozent der Bevölkerung. 4.891.092 und somit 54,8 Prozent der Einwohnerinnen und Einwohner sind voll immunisiert. Zwei Impfungen sind mit Ausnahme des Wirkstoffes des Herstellers Johnson & Johnson notwendig, um den vollen Schutz des Wirkstoffs zu entfalten.

Am höchsten ist die Erst-Durchimpfungsrate weiterhin im Burgenland mit 67,4 Prozent. In Niederösterreich sind 62,9 Prozent der Bevölkerung zumindest einmal geimpft, in der Steiermark 60,6 Prozent. Nach Tirol (59,4), Wien (58,2), Vorarlberg (58,1), Kärnten (56,5) und Salzburg (56,4) bildet Oberösterreich das Schlusslicht mit einer Durchimpfungsrate von 55,7 Prozent.

Seit Beginn der Corona-Pandemie im Frühjahr 2020 gab es in Österreich 665.035 positive Testergebnisse. Als genesen gelten 647.472 Personen. An oder mit Covid-19 verstorben sind insgesamt sind 10.752 Menschen. In den vergangenen 24 Stunden gab es ein Todesopfer in Wien.

Nach Bundesländern wurden in absoluten Zahlen die meisten neuen Fälle in Wien (258) gemeldet, gefolgt von Oberösterreich (186), Niederösterreich (124), Steiermark (86), Tirol (77) und Salzburg (66). In Kärnten kamen 52 Neuinfektionen dazu, in Vorarlberg 43 und im Burgenland zehn.

Die Sieben-Tages-Inzidenz in Österreich stieg nunmehr auf 46,8 Fälle auf 100.000 Einwohner. Das Bundesland mit der höchsten Sieben-Tages-Inzidenz ist derzeit Salzburg mit 66,7, gefolgt von Tirol, Wien und Vorarlberg (64,2, 57,2 bzw. 56,1). Dann kommen Oberösterreich (48,4), Kärnten (42,2), Niederösterreich (33,7), die Steiermark (33,4) und das Burgenland (16,2).

Insgesamt wurden in den vergangenen 24 Stunden 343.160 PCR- und Antigenschnell-Tests eingemeldet, davon 70.878 der aussagekräftigeren PCR-Tests, die Positiv-Rate der PCR-Tests liegt bei 1,3 Prozent.


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