Ärztekammer unterstützt Zutrittsverbote für Ungeimpfte

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Unterstützung für den Vorschlag des Wiener Gesundheitsstadtrats Peter Hacker (SPÖ), Zutrittsverbote für Ungeimpfte in Freizeit- und Sportstätten einzuführen, ist am Montag von der Ärztekammer gekommen. Solange die Impfquote nicht erhöht werden könne, sei dies angesichts steigender Zahlen eine berechtigte Maßnahme, so Ärztekammerpräsident Thomas Szekeres. Wiens Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) spricht dazu nun wieder mit Experten, um über das weitere Vorgehen zu beraten.

Ärztekammerchef Szekeres gab zu bedenken, dass nach wie vor Ungeimpfte der „Motor“ der vierten Welle seien. „Je weniger wir es schaffen, in den nächsten Wochen zu impfen, umso wuchtiger wird die Welle sein, die uns im Herbst nach Beginn des Schulstarts treffen wird“, argumentierte er. Das Verwehren des Zugangs zu Einrichtungen und Veranstaltungen sei ein „systematisches Zurückfahren der Möglichkeiten, für Ungeimpfte mit vielen Menschen in Kontakt zu kommen“.

Beifall für Hackers Vorstoß kam auch von Wiener Gastronomen. In der „Kronen Zeitung“ (Montag-Ausgabe) redeten etwa Thomas Figlmüller (Figlmüller-Group), Martin Ho (DOTS-Group) und David Schober (Kleinod-Bars) einem Zutritt nur für Geimpfte das Wort. So könne ein weiterer Lockdown verhindert werden, hieß es.

Für Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) kommt das Ansinnen hingen noch „zu früh“, wie er am Sonntag in der „ZIB2“ erklärt hatte. Er halte eine „Einschränkung des öffentlichen Lebens nur für Geimpfte bundesweit derzeit für nicht spruchreif“. Die Unterscheidung Ungeimpfter und Geimpfter auf breiterer Basis würde wohl zu einer Spaltung der Gesellschaft führen. „Ich glaube, das ist in der derzeitigen Lage epidemiologisch nicht vertretbar“, erklärte der Gesundheitsminister. Nach Auslaufen der aktuellen Verordnung für die Corona-Maßnahmen Ende August werde es bei der dann notwendigen Einführung neuer Regeln jedenfalls noch keine Unterscheidung zwischen Geimpften und Ungeimpften geben.

Vorstellen kann sich Mückstein aber, indoor wieder eine Maskenpflicht einzuführen. Diese sei „sehr effektiv“ und stoße bei der Bevölkerung auf breite Akzeptanz. Zudem könnte die Gültigkeit von Antigentests von 48 auf 24 Stunden reduziert werden. Entsprechende Vorschläge seien an den Koalitionspartner ÖVP übermittelt worden.

Die aktuelle Covid-Öffnungsverordnung läuft mit 31. August aus. Bereits zuvor, nämlich kommenden Donnerstag (19.8.) treten aber die Bestimmungen zu Zusammenkünften mit mehr als 100 Personen, Ferienlager-Bestimmungen, Vorgaben für Fach- und Publikumsmessen, für Spitzensport und Gelegenheitsmärkte außer Kraft. Am Montag hieß es dazu aus dem Gesundheitsministerium auf APA-Anfrage, dass die Überarbeitung der Verordnung sich derzeit in Abstimmung befinde. Sie solle in den kommenden Tagen vorliegen.

Wien hat zuletzt eine Verordnung erlassen, die Verschärfungen im Vergleich zur Bundesregelung - also etwa Maskenpflicht in allen Geschäften - vorsieht. Die Vorschrift gilt bis Ende August. Vor der Entscheidung über das weitere Vorgehen wird sich Bürgermeister Ludwig nun wieder mit Fachleuten aus den Bereichen Medizin, Prognostik oder auch Statistik beraten, wie am Montag auf APA-Anfrage im Büro des Bürgermeisters mitgeteilt wurde. Ob es laufende Gespräche geben wird oder eine Videokonferenz, sei noch offen, hieß es.

Im Ludwig-Büro geht man jedoch nicht davon aus, dass die Verkündung von etwaigen Sonderregelungen noch diese Woche erfolgt. Dies werde wohl erst in der darauffolgenden Woche der Fall sein. Man müsse jedenfalls auch auf die Verordnung des Bundes warten, wurde betont. Denn diese sei die Basis für etwaige strengere Maßnahmen in der Bundeshauptstadt.


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