Offenbar Opfer nach Explosion beim Flughafen in Kabul

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Beim Flughafen von Kabul hat es nach Angaben des US-Verteidigungsministeriums am Donnerstag eine Explosion gegeben. Ersten Erkenntnissen zufolge soll die Ursache die Tat eines Selbstmordattentäters sein, wie ein US-Regierungsvertreter der Nachrichtenagentur Reuters sagte. Es habe Opfer gegeben. Unter den Verletzten sind möglicherweise bis zu drei Mitglieder der US-Streitkräfte, wie Reuters von einem Insider unter Berufung auf vorläufige Angaben erfuhr.

Es sei unklar, wie viele es seien und welche Nationalität diese hätten. Ersten Erkenntnissen zufolge wurden US-Vertreter verletzt. Weitere Informationen lagen zunächst nicht vor.

Westliche Sicherheitskreise hatten zuvor vor einer erhöhten Gefährdungslage rund um den Flughafen gewarnt. Es lagen demnach Hinweise vor, dass der afghanische Ableger des „Islamischen Staates“ (IS) Anschläge plane. Die IS-Miliz und die Afghanistan jetzt regierenden radikalislamischen Taliban sind verfeindet.

Das US-Verteidigungsministerium trat indes Befürchtungen entgegen, die Evakuierungsflüge der USA am Flughafen in Kabul könnten bereits mehrere Tage vor dem geplanten Abzug der amerikanischen Truppen enden. „Die Evakuierungsoperationen in Kabul werden nicht in 36 Stunden abgeschlossen sein“, twitterte Pentagon-Sprecher John Kirby. Die USA wollten bis zum Ende der Mission weiter „so viele Menschen wie möglich evakuieren“. Bis zum Monatsende am kommenden Dienstag wollen die USA ihre Truppen aus Kabul abziehen. Laut US-Angaben wurden am Mittwoch rund 13.400 Personen aus Afghanistan ausgeflogen. Damit steigt die Zahl der von den USA und ihren Alliierten seit dem 14. August evakuierten Menschen auf rund 95.700.

Belgien, Dänemark, Polen und Kanada stellten die Evakuierungen bereits ein, die Niederlande planten das noch für Donnerstag, Frankreich für Freitag. Auch der Evakuierungseinsatz der deutschen Bundeswehr soll in Kürze enden. Wie das österreichische Außenministerium in Wien mitteilte, arbeite das Krisenteam vor Ort weiterhin vehement daran, Österreicher und Afghanen mit einem Aufenthaltstitel in Österreich zu retten. Kritik an den Rettungsmaßnahmen gab es seitens der SPÖ.

Die Innenminister der Europäischen Union werden am Dienstag bei einem Krisentreffen die Konsequenzen aus den Entwicklungen in Afghanistan beraten. Dabei gehe es um Sicherheit und Immigration, teilte die slowenische Ratspräsidentschaft mit.

Unterdessen verlassen immer mehr Afghanen ihr Heimatland in Richtung Pakistan. Aktuell überquerten jeden Tag mindestens 10.000 Afghanen die Grenze, so ein Grenzbeamter. Zuvor seien es an normalen Tagen etwa 4.000 gewesen.

Südkorea teilte mit, dass das Land knapp 400 Afghanen aufnimmt. Die Türkei betonte, keine weiteren Flüchtling aufzunehmen. Man sei „niemandes Flüchtlings-Lagerhalle“, urgierte Präsidentensprecher Ibrahim Kalin.

Die Innenminister der Europäischen Union werden am Dienstag bei einem Krisentreffen die Konsequenzen aus den Entwicklungen in Afghanistan beraten. Dabei gehe es um Sicherheit und Immigration, teilte die slowenische Ratspräsidentschaft mit.


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