ÖVP-Parteitag beginnt mit Protest gegen Straßenbau

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Die ÖVP hat ihren Parteitag am Samstag wie eine Show angelegt. Nach dem umjubelten Einzug von Parteichef Sebastian Kurz mit seiner schwangeren Freundin Susanne Thier an der Hand flackerten zunächst Laser durch die Halle. Danach kam eine spezielle Version der österreichischen Hymne: In einem Video sangen unterschiedliche Menschen, von alt über jung, das Lied - der Ton wurde dabei nicht immer getroffen.

Der Showcharakter war nicht zuletzt der lauten Moderation von Peter L. Eppinger zu verdanken. Nach Angaben der ÖVP waren 1.500 Gäste und Delegierte nach Niederösterreich gekommen, darunter waren fast alle türkisen Regierungsmitglieder, Landeshauptleute, zahlreiche ehemalige ÖVP-Chefs und Landeshauptleute, Abgeordnete und viele andere Funktionäre.

Empfangen wurden sie von einer für die Türkisen eher unangenehmen Demonstration. Zahlreiche Bauernfamilien hatten am Beginn der Veranstaltung lautstark gegen den Bau der S34 Traisental-Schnellstraße protestiert und mit ihren rund 50 Traktoren lärmend auf ihr Anliegen aufmerksam gemacht. Der Protest ist besonders interessant, weil sich ÖVP-Chef und Kanzler Sebastian Kurz zuletzt für den Bau einiger umstrittener Straßenbauprojekte ausgesprochen hat.

„Weder die Straße, noch das Auto sind unsere Gegner, sondern unser Gegner muss die Emission sein“, hatte Kurz zuletzt gemeint. Auch beim heutigen Parteitag betont die ÖVP in einem Leitantrag, dass sie auf Technologie statt „Auto-Feindlichkeit und Straßenstopp“ setzt. Die demonstrierenden Bauern sehen das allerdings anders. Durch den Bau der S34 würde ihre Lebensgrundlage zerstört. 150 Hektar Boden und Wälder würden vernichtet und das Grundwasser gesenkt, sagten die Betroffenen im Gespräch mit der APA. „Der Kanzler sollte mehr in das Volk hineinhören“, so ein Landwirt.


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