Klimaaktivisten blockierten Stadtstraßen-Baustelle in Wien

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Dutzende Klimaaktivisten haben Montagfrüh die Baustelle und Zufahrtstraße der Stadtautobahn in Hirschstetten blockiert. Die Polizei zählte bei der unangekündigten Kundgebung 30 bis 40 Aktivisten, die gegen 6.00 Uhr mit Transparenten angerückt waren. Laut den Organisatoren waren um die 100 Demonstranten an Ort und Stelle. „Derzeit werden deeskalierende Gespräche geführt“ und versucht, die Aktivisten zum Einlenken zu bewegen, sagte Polizeisprecher Christopher Verhnjak der APA.

Schlussendlich sei aber auch eine Räumung ein mögliches Mittel. Die Polizei war zudem darauf vorbereitet, dass die Aktivisten nicht alle freiwillig abziehen könnten: Es würden Spezialkräfte angefordert, um auf Aktionen wie Verkettungen - schon bei früheren solchen Blockaden hatten sich die Klimaschützer angekettet oder festgeklebt - reagieren zu können, so der Sprecher. Hinter der Kundgebung steht ein breites Klimabündnis unter anderem aus Jugendrat, System Change, not Climate Change!, Fridays for Future und Extinction Rebellion. Der Protest richtet sich gegen die Zubringerstraße des Großprojekts Lobau-Autobahn.

Am Vormittag hielten die Aktivisten über Lautsprecher Reden. „Während die Klimakrise bereits mit Waldbränden und Überschwemmungen zuschlägt und Menschen zur Flucht zwingt, bauen (der Wiener Bürgermeister, SPÖ, Anm.) Michael Ludwig und seine Rückschrittskoalition neue Autobahnen“, kritisierte Lena Schilling (Jugendrat). „Wir werden Widerstand gegen jedes Straßenbauprojekt leisten, das unsere Zukunft blockiert. Manchmal müssen wir für Gerechtigkeit aufstehen, manchmal müssen wir uns dafür hinsetzen.“ Laut Angaben der Aktivisten setzten sich auch Zwölf- und 13-Jährige auf den Boden, um die Zufahrt zu blockieren. „Noch können wir das Schlimmste verhindern, aber die Politik blockiert Klimaschutz weiterhin. Deshalb sehen wir uns dazu gezwungen, neben dem Schulstreik auch weitere Formen des demokratischen Protestes einzusetzen“, sagte Mirjam Hohl von Fridays For Future.

Nach den Vorarbeiten soll mit dem Bau der Stadtstraße Ende des heurigen Jahres begonnen werden, die Verkehrsfreigabe ist für Ende 2025 avisiert, das Bauende 2026 geplant. Die valorisierten Projektkosten belaufen sich auf rund 460 Millionen Euro. Bei der Stadtstraße handelt es sich um eine Verbindungsstraße. Die 3,2 Kilometer lange Strecke soll die Südosttangente (A23, Anschlussstelle Hirschstetten) mit der S1-Spange Seestadt Aspern bei der Anschlussstelle Seestadt West verbinden. Sie gilt als ebenso umstritten wie der geplante Lobautunnel.


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