Zähne und Glückssessel: Theatermuseum feiert die Theaterfans

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Es sind die kleinen Dinge, die auf eine große Leidenschaft verweisen. Rund 4.000 Objekte einer besonderen Sammelwut finden sich in den Beständen des Wiener Theatermuseums: Ein Glückssessel, Holzsplitter von den Bänken des alten Burgtheaters oder die abgefallene Sohle von Gerhart Hauptmann. Diese Reliquien aus den Sphären der Bühnenwelt sind nun in der neuen Schau „Verehrt... begehrt...“ des Hauses vereint. Ein kleines Skurrilitätenkabinett der Theaterleidenschaft.

Die großen Bestände gehen dabei primär auf die Privatsammlungen der beiden Schauspieler Hugo Thimig und Hubert Marischka zurück, die mehr oder minder ihrer Leidenschaft für Memorabilien gefolgt sind. So setzt sich dieser Fundus der Fanartikel aus Ehrwürdigem und Skurrilem zusammen: Zigarrenetuis, Brillen, Toten- und Lebendmasken oder Spazierstöcke. Auch O.W. Fischers Bambis, das einzige Glas, das den letzten Umtrunk im Burgtheater überlebte, oder ein Zahn der Schauspielerin Charlotte Wolter finden sich unter den Jagdtrophäen der Theaterfanatiker.

Das zentrale Objekt der Ausstellung, das die Besucherinnen und Besucher gleich im Eingangsbereich erwartet, ist jedoch der „Glückssessel“, der einst im später abgerissenen Burgtheater stand und schließlich bei einer Burgtheaterangestellten landete, die das Sitzmöbel in ihrem Büro aufstellte. Dort wurde es zum besitzbaren Talisman für Künstler wie Thomas Bernhard oder Paula Wessely, die sich dafür im „Sitzbüchlein“ verewigten. Der gemeine Museumsgast darf den wertvollen Stuhl nun zwar nur betrachten, dafür steht daneben ein neuer Glückssessel modernerer Produktion. Glückssucher können dabei ein Foto von sich machen und dies unter #Glueckssessel teilen. Die Wirkmacht des Bühnenglücks soll also fortbestehen.

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