Erster Zivilprozess auf Schadenersatz in der Causa Ischgl

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Am Wiener Landesgericht für Zivilrechtssachen findet am Freitag die erste mündliche Verhandlung einer Amtshaftungsklage gegen die Republik in der Causa Ischgl statt. Die Witwe und der Sohn eines 72-Jährigen, der sich bei einem Ischgl-Aufenthalt im März 2020 mit Corona angesteckt hat und wenig später gestorben ist, verlangen rund 100.000 Euro Schadenersatz von der Republik Österreich. Der Verbraucherschutzverein (VSV) hat im Namen der Familie die Klage eingebracht.

Im Vorfeld zeigte sich der VSV bereit für Vergleichsverhandlungen, denn der zivilrechtliche Prozess am Freitag ist nur der Auftakt eines zivilrechtlichen Prozessreigens. Es stehen bereits sieben weitere Termine diesbezüglich im September und Oktober fest. Neben der einen Klage im Namen der Familie des 72-jährigen Niederösterreichers liegen laut VSV 15 weitere bei Gericht. Der zentrale Vorwurf: Die Behörden hätten trotz Wissens über SARS-CoV-2-Ansteckungen zu spät reagiert. Bei Ausbruch der Corona-Pandemie im vergangenen Jahr stand der Tiroler Tourismusort im Fokus. Zahlreiche Menschen dürften sich beim Apres-Ski angesteckt haben. Das Paznauntal stand lange unter Quarantäne. Mittlerweile wird gegen fünf Personen strafrechtlich ermittelt.

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