Bachmann-Kuppel in Klagenfurt eröffnet

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„Kärnten kann was!“, verkündete Monika Kircher von der privaten Kärntner Kulturstiftung und Ex-Chefin von Infineon Österreich Freitagabend bei der Eröffnung der Ingeborg-Bachmann-Kuppel am Klagenfurter Neuen Platz. Wenige Stunden zuvor und wenige Kilometer entfernt war die Erweiterung des Villacher Werks des Chipherstellers gefeiert worden. Zwei Gelegenheiten auch für Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ), stolz auf „sein“ Land zu sein.

Poesie stand in Zentrum der Multi-Media-Performance von Regisseur Gerhard Fresacher, der mit den Schauspielern Anne Bennent und Heinz Weixelbraun ideale Interpreten für die Texte von Ingeborg Bachmann und Gert Jonke eingeladen hatte. Als Bühne bespielten sie den von Armin Guerino geschaffenen Stahlpavillon, eine verspiegelte, zerleg- und begehbare Skulptur, die als temporäres Kulturwahrzeichen Kärntens in den nächsten Jahren auf Tour gehen soll.

Das drei Tonnen schwere „Spiegelkabinett“ wurde als eines der vier Siegerprojekte nach einer Ausschreibung der privaten Kärntner Kulturstiftung realisiert: Zwölf Säulen, um die sich beidseitig verspiegelte Tore drehen, tragen die sechs Meter hohe Kuppel, die mit 288, ebenfalls beidseitig verspiegelten, stilisierten Buchdeckeln „gedeckt“ ist. Als Statement für Kunst aus Kärnten soll sie in Zukunft den öffentlichen Raum bespielen und einen niederschwelligen und kostenlosen Zugang zu Literatur und Musik, Schauspiel und Tanz ermöglichen.

Bei der knapp einstündigen Eröffnung des „Projektes Null“ in Klagenfurt rund um den fiktiven Dialog der beiden musikbegeisterten Kärntner Schriftsteller Bachmann und Jonke interpretierte Mezzosopranistin Bernarda Fink Lieder von Schubert und Mahler. Oliver Welter und sein Sohn Oskar Haag erweiterten den musikalischen Rahmen. Mit den Schauspielern Tibor Taylor als Jonke sowie Rosa Kofler, Olivia Pflegerl und Seraphine Rastl als dreifache Bachmann machten sie die stimmige Inszenierung zu einem „musiktheatralem Sprachgewitter“ (Fresacher), auf dessen Fortsetzung man gespannt sein darf: Bis 10. Oktober bleibt das Bachmann-Pantheon als Reflexions- und Begegnungsort auf dem Neuen Platz. Nächstes Jahr soll die spektakuläre Kuppel in Wien, danach in Ljubljana Station machen.

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