Sölden erhofft volles Haus, ÖSV-Herrenchef die große Kugel

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In vier Wochen erfolgt der Auftakt zum Alpinski-Weltcup 2021/22, und nach den „Geisterrennen“ vom Vorjahr hofft Sölden diesmal auf volles Haus. Die Zeichen stehen trotz steigender Covid-Zahlen nicht schlecht, dass der Skiwinter am 23. (Damen) und 24. (Herren) Oktober mit vielen Zuschauern auf dem Rettenbach-Gletscher beginnt. Für Österreichs Herren ist nach der so erfolgreichen WM-Saison der Start in den Olympia-Winter besonders verheißungsvoll.

28 Podestplätze mit vier Siegen, dazu die WM-Goldenen und Disziplinen-Kugeln für Vincent Kriechmayr und Marco Schwarz belegen den Aufwärtstrend. Selbst im Riesentorlauf hat man stark aufgeholt. „Zu wissen, dass man auf einem erfolgreichen Weg ist, macht es sicher angenehmer, als den Weg hinterfragen zu müssen“, beschreibt Rennsportleiter Andreas Puelacher die Positiv-Stimmung bei den ÖSV-Herren. „Da geht man viel ruhiger in die nächste Saison hinein.“

Und die könnte es in sich haben, ist der aktuelle Wettkampf-Kalender mit jeweils 18 Speed- bzw. Technikrennen endlich ausgeglichen und fair. Puelacher sieht sogar die Chance auf die große Kugel, hat man mit Kriechmayr und Matthias Mayer doch starke Speed- sowie mit Kombi-Weltmeister Schwarz einen sehr guten Technikfahrer im Team.

„Wenn da einer in seinen Disziplinen einen Lauf bekommt und dann auch in einer dritten dazu punktet, ist alles möglich“, ist Puelacher überzeugt. Natürlich könne man eine große Kugel nicht planen. „Aber wenn ein Ausländer schwächelt, möchte ich, dass ein Österreicher parat ist.“

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Kriechmayr etwa. „Er hat mit WM-Gold und Kugel einiges abgehakt, das ist für ihn angenehm. Aber ihm gehen die Ziele sicher nicht aus, der will noch mehr erreichen“, verwies Puelacher auf den Abfahrts-Weltcup oder olympisches Edelmetall.

Näher liegt der Sölden-Start, und auch da ist Puelacher zuversichtlich. Auch, weil man im Vorfeld gleich zweimal auf dem Rennhang trainierte. „Alleine, dass wir von den Startnummern her eine bessere Ausgangslage haben, spricht für einen besseren Auftakt. Zudem haben die Burschen die Angst vor der Niederlage abgelegt. Jetzt geht es darum, das Limit zu finden und gesund zu bleiben. Dann mache ich mir für Sölden keine Sorgen.“

Für Kriechmayr und Mayer wird es auch danach in Nordamerika spannend, stehen doch in Kanada zwei Abfahrten und damit insgesamt gleich sechs Speedrennen in Lake Louise und Beaver Creek auf dem Programm. Dass Kanadas Einreisebehörden auf zwei Corona-Impfungen bestehen, obwohl z.B Genesene hierzulande nur eine brauchen, sollte über die FIS lösbar sein, hofft Puelacher.

Er habe im Gegensatz zu einigen ausländischen Teams keine Impfverweigerer in der Truppe, allerdings ließen sich einige mit dem zweiten Stich etwas Zeit, um ohne weitere Impfung über den Winter zu kommen. Puelacher. „Unsere Empfehlung ist ganz klar die Impfung. Ob sie es machen, ist jedem selbst überlassen. Aber ohne Einreise gibt es halt auch kein Rennfahren.“

Corona ist auch in Sölden wieder großes Thema. Diesmal müssen aber nur noch die Skiteams in „Blasen“, außerhalb gilt nach derzeitigem Stand 3G, Contact-Tracing usw. Viel hängt von der Bettenkapazität und dem Stufenplan ab. „Das müssen wir im Auge behalten, das ist ein bisschen wie Lotteriespielen“, weiß Isidor Grüner, Pistenchef und Mitglied der Corona-Taskforce. „Wir hoffen, die Zahlen bleiben wo sie sind, oder gehen sogar retour.“

Schon seit 10. September kann auf dem Rettenbachferner Ski gefahren werden. Skitouristen und Zuschauer sollen sich auch während der Weltcup-Rennen im Gletscherstadion oder den VIP-Zelten einfinden können. Für die Rennläufer gibt es eigene Gondeln, auch auf den Parkplätzen wird Durchmischung verhindert.

„Wir wollen es insgesamt jedenfalls nicht übertreiben und die Leute auf die Party-Tische treiben“, macht Grüner klar, dass man mit der „Gaude“ auf der eher vorsichtigen Seite bleibt. Man hat in Sölden einen eigenen Stufenplan, um auf aktuelle Entwicklungen reagieren zu können. „Im schlimmsten Fall können wir immer noch die unterste Schublade aufmachen und haben dort den Plan vom Vorjahr drin.“


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