Putsch im Sudan vereitelt

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Im Sudan hat es laut offiziellen Angaben einen Umsturzversuch gegeben. „Es gab einen gescheiterten Putschversuch, das Volk muss sich dem entgegenstellen“, berichteten staatliche Medien am Dienstag. Aus Regierungskreisen in Khartum hieß es, Putschisten hätten versucht, die Räumlichkeiten der Staatsmedien unter ihre Kontrolle zu bringen, hätten dies jedoch nicht geschafft. Ein hochrangiger Militärvertreter sagte, eine Reihe von Offizieren sei „an dem Versuch beteiligt“ gewesen.

Sie seien jedoch „sofort suspendiert“ worden. Der Drahtzieher des Umsturzversuches soll Generalmajor Abdul-Baqi Al-Bakrawi sein, sagte ein Militärsprecher. Bakrawis Unterstützer sollen zunächst seine Festnahme verhindert haben, erklärte der Sprecher. Deshalb habe es Verhandlungen zwischen dem Militär und den Putschisten gegeben. Informationsminister Hamza Balloul sagte im Staatsfernsehen, die Situation sei unter Kontrolle und man habe die Drahtzieher festgenommen. Ballouls Angaben zufolge soll es sich um Anhänger des früheren Regimes handeln.

Im Zentrum der Hauptstadt herrschte am Dienstag weitgehend Normalität, auch rund um das Hauptquartier der Armee. Es waren aber zahlreiche Militärfahrzeuge zu sehen, und Sicherheitskräfte blockierten die Hauptbrücke, die Khartum mit der Stadt Omdurman auf der anderen Seite des Nils verbindet.

Der Sudan wurde 30 Jahre lang von Präsident Omar al-Bashir mit harter Hand regiert, bis der Machthaber nach Massenprotesten 2019 von der Armee gestürzt wurde. Daraufhin gründeten Zivilisten und Militärs eine gemeinsame Übergangsregierung, was weltweit begrüßt wurde. Seitdem befindet sich das Land in einer fragilen Übergangsphase. Wirtschaftliche Schwierigkeiten und tiefe politische Spaltungen verschärfen die Lage.

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In den vergangenen Monaten hatte die Regierung eine Reihe Wirtschaftsreformen in die Wege geleitet, um sich für einen Schuldenerlass des Internationalen Währungsfonds (IWF) zu qualifizieren. Vereinzelt brachen größere Proteste der Bevölkerung gegen vom IWF unterstützte Sparmaßnahmen und steigende Lebenshaltungskosten aus.


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