Auto von Präsidentenmitarbeiter in Ukraine beschossen

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In der Ukraine ist das Auto des Assistenten von Präsident Wolodymyr Selenskyj beschossen worden. Der Fahrer des Wagens sei dabei verletzt worden, teilte die Polizei am Mittwoch mit. Der Assistent Serhij Schefir selbst blieb demnach unverletzt. Insgesamt seien mehr als zehn Schüsse auf das Fahrzeug wenige Kilometer südlich der Hauptstadt Kiew abgefeuert worden. Ein Beamter sprach von Mordversuch. Die Polizei fahndete nach Unbekannten.

Einem lokalen Fernsehsender zufolge wurde auf das Auto ein regelrechter Kugelhagel abgefeuert. Die Fahrerseite weise mindestens 19 Einschusslöcher auf. Selenskyj teilte in einer Erklärung am Rande der UNO-Generalsversammlung in New York mit, er wisse nicht, wer hinter dem Anschlag stecke, ob es Kräfte aus dem In- oder Ausland seien. Er werte ihn aber als ein Zeichen der Schwäche.

Selenskyj verurteilte den Vorfall. Er wisse nicht, wer hinter dem Anschlag stehe. „Doch mir einen Gruß mit Schüssen aus dem Wald zu übermitteln, ist ein Zeichen der Schwäche“, hob der 43-Jährige in einer Videobotschaft hervor. Selenskyj werde sofort nach seiner Rede vor der UN-Vollversammlung in New York nach Kiew zurückkehren.

Schefir äußerte sich Stunden später bei einer Pressekonferenz in Kiew: „Alles, was ich sagen kann, ist, dass der Anschlag mit dem Ziel ausgeführt wurde, die oberste Landesführung einzuschüchtern.“ Es gebe keinerlei Konflikte innerhalb des Präsidententeams. Selenskyj werde seinen Kurs fortsetzen, meinte er.

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Präsidentenberater Mychailo Podoljak sagte, Hintergrund könne Selenskyjs Vorgehen gegen die mächtigen Oligarchen sein. Der Präsident werde aber an seinem Kurs einer grundlegenden Umgestaltung des Staates festhalten, sagte er zu Reuters. Das Parlament soll noch in dieser Woche über ein Gesetz beraten, das den Einfluss der Oligarchen einschränken soll. Selenskyj war mit dem Versprechen an die Macht gekommen, gegen die Oligarchen vorzugehen und die Korruption zu bekämpfen.

Der Chef von Selenskyjs Partei, Alexander Korniienko, sagte, man dürfe aber auch eine Verwicklung Russlands nicht ausschließen. „Wir wissen um ihre Möglichkeit, Terroranschläge in anderen Ländern zu verüben“, sagte er. Russland wies dies zurück. Solche Andeutungen hätten nichts mit der Realität zu tun, teilte das Präsidialamt in Moskau mit. Zwischen der Ukraine und Russland herrschen seit Jahren massive Spannungen: Russland hat die ukrainische Halbinsel Krim annektiert und unterstützt im Osten der ehemaligen Sowjetrepublik pro-russische Separatisten.

Schefir und Selenskyj arbeiten seit Jahren zusammen, bereits vor dem Amtsantritt des Staatsoberhaupts im Jahr 2019. Allerdings sollen sich die Beziehungen des Assistenten zum Präsidenten Medienberichten zuletzt massiv verschlechtert haben.


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