Optimistische Spitzenkandidaten bei oö. Landtagswahl

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Mit strahlendem Sonnenschein hat der Wahl-Sonntag in Oberösterreich begonnen. Die Landtags-Spitzenkandidaten gaben alle bereits am Vormittag ihre Stimme ab und versprühten unisono Zuversicht. Insgesamt sind knapp 1,1 Millionen Menschen wahlberechtigt, bei den zeitgleich stattfindenden Kommunalwahlen, bei denen auch EU-Bürger ihr Kreuz machen dürfen, sind es fast 1,2 Millionen. Bis 16.00 Uhr müssen alle Wahllokale schließen, ein Endergebnis soll am späten Abend vorliegen.

Als erster der Landtags-Spitzenkandidaten war FPÖ-Chef Manfred Haimbuchner im Wahllokal: Er erschien bereits vor 7.00 Uhr in der Volksschule seiner Heimatgemeinde Steinhaus bei Wels, einer blauen Hochburg, weil er dort auch als Wahlbeisitzer fungiert. Haimbuchner zeigte sich gut gelaunt - allerdings steht die derzeitige schwarz-blaue Regierungszusammenarbeit am Prüfstand.

SPÖ-Spitzenkandidatin Birgit Gerstorfer kam in Begleitung ihrer gesamte Familie zur Stimmabgabe ins Feuerwehrhaus Polsing in Alkoven (Bezirk Eferding). Vier Generationen - vom Schwiegervater bis zu den Enkerln - begleiteten die erstmals antretende, nach eigenen Worten „dezent aufgeregte“ SPÖ-Chefin, die einen zweiten Regierungssitz zurückerobern will.

Nach dem Kirchgang in Wolfern (Bezirk Steyr-Land) schritt dann LH Stomas Stelzer, begleitet von seiner Frau und den beiden Kindern, ins Wahllokal. Er wünsche sich ein gutes Ergebnis, das sei „mehr als bei der letzten Wahl“, sagte ein gut gelaunter LH, der kein Geheimnis daraus machte, wem seine Vorzugsstimme bei der Kommunalwahl gehört: Sohn Lukas kandidiert in Wolfern erstmals für den Gemeinderat.

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Der Grüne Spitzenkandidat Stefan Kaineder wählte in seiner Heimatgemeinde Dietach bei Steyr. Er wurde für die Stimmabgabe von Ehefrau Julia - Wahlbeisitzerin und Gemeinderatskandidatin der Grünen - extra von zu Hause abgeholt. Kaineder rechnet mit Zugewinnen, wichtiger als Prozentpunkte ist ihm aber, den Klimaschutz zur „ersten Priorität“ zu machen.

NEOS-Spitzenkandidat Felix Eypeltauer gab als letzter der fünf zu Mittag im Neuen Rathaus in Linz seine Stimme ab und zeigte sich optimistisch, den Sprung in den Landtag zu schaffen.

Unangefochtene Nummer eins ist und bleibt bei der Landtagswahl wohl die ÖVP. Ein zurückgewonnener Vierer an erster Stelle - 2015 rutschte sie auf 36,4 Prozent ab - ist die Erfolgslatte für Stelzer, der erstmals die Schwarzen in die OÖ-Wahl führt. Bedeckt gibt er sich, was eine Weiterarbeit mit den Blauen in einer zweiten Legislaturperiode angeht. Zu möglichen Koalitionen in der Konzentrationsregierung schweigt er, wenngleich sich alle eventuellen Juniorpartner FPÖ, Grüne und SPÖ anbieten. Im Wahlkampf hat die ÖVP gezielt versucht, freiheitliche Wähler zu sich herüberzuziehen.

Spannend könnte eventuell doch noch das Rennen um den zweiten Platz werden. SPÖ und FPÖ rücken laut Meinungsforschern zueinander. Nach dem Wahlerfolg der Blauen 2015, als sie ihren Stimmenanteil auf 30,4 Prozent verdoppelten, lagen sie stolze zwölf Prozentpunkte vor den Roten (SPÖ: 18,4 Prozent). Vor dem Urnengang ist der Abstand geschmolzen, beide halten bei um die 20 Prozent, wobei die Roten darunter und die Blauen darüber angesiedelt werden. Den Grünen (10,3 Prozent) dürfte trotz vorhergesagtem leichten Stimmenzuwachs der vierte Platz erhalten bleiben. Ihr oberstes Wahlziel lautet aber: Schwarz-Grün statt Schwarz-Blau.

Neben den bereits im Landesparlament vertretenen ÖVP, FPÖ, SPÖ und Grünen wollen auch die NEOS, Menschen-Freiheit-Grundrechte (MFG), KPÖ, Bestes Oberösterreich (BESTE), die „Unabhängige Bürgerbewegung“ (UBB), die Christliche Partei (CPÖ) sowie die Liste Referendum in den Landtag einziehen. Laut den jüngsten Umfragen dürften die NEOS dieses Ziel erreichen und auch den Impfskeptikern MFG könnte es möglicherweise gelingen.


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