Grazer Theater im Bahnhof plant Saison „Erhöhter Werte“

  • Artikel
  • Diskussion

„Erhöhte Werte“ ist das übergeordnete Motto, das sich das Grazer Theater im Bahnhof (TiB) für den Spielplan der kommenden Saison gesetzt hat. Der künstlerische Leiter des Theaters, Ed. Hauswirth, stellte das aus sieben Neuproduktionen, mehreren Wiederaufnahmen und Serienfortsetzungen bestehende Programm gemeinsam mit den Ensemblemitgliedern am Montag in Graz vor.

Gestartet wird bereits in knapp zwei Wochen mit dem performativ-erzählerisch begleiteten Hallenflohmarkt mit dem Titel „Bares für Wahres“. Für diese Koproduktion mit dem steirischen herbst, die am zweiten Tag (10.10.) in einer satirischen Gala gipfelt, werden noch Flohmarktbeschicker und Donatoren von Gegenständen und Geschichten gesucht.

Bereits eine Woche später wartet das TiB mit einer weiteren Koproduktion auf. Im Rahmen der Langzeit-Projektreihe „Wir* - Eine Grenzerfahrung“ wird es am 16. Oktober im Schauspielhaus Graz einen ganzen Nachmittag lang Workshops an der Grenze von Kunst und Aktivismus geben. Der Abend ist einer „Grenzenlosen Gala“ gewidmet in dem verschiedene Persönlichkeiten, darunter die Doppelgänger von Spitzenpolitikern, Fragen von Grenzpolitik und Öffentlichkeit diskutieren werden - inklusive Publikumsintervention.

Ende Oktober bzw. Anfang November ist im Kristallwerk in Graz eine Zusammenarbeit des TiB mit dem Theater-Duo Workinglifebalance Ltd. (Christina Lederhaas und Johannes Schrettle) namens „Wir werden damit leben müssen“ zu sehen. Dabei handelt es sich um eine Art Spin-Off der Tanz-Performance „Die Einsamkeit in dieser Stadt“ im Rahmen des vorjährigen La Strada-Festivals.

Von vornherein als Online-Produktion konzipiert ist die für 27. November geplante Performance „Ich will einmal im Sturm der Liebe landen“, in der sich die Schauspielerin Elisabeth Holzmeister fiktiv für eine Rolle in der Telenovela „Sturm der Liebe“ bewirbt.

Die für die zweite Saisonhälfte geplanten Produktionen stecken noch in der Entwicklungsphase. Unter dem noch nicht fest stehenden Titel „Es wird wieder wärmer“ setzt sich Ensemblemitglied Lorenz Kabas mit seiner eigenen Homosexualität und mit nach wie vor existierender Diskriminierung auf unterschiedlichen Ebenen auseinander. Für April ist ein Stück mit dem Arbeitstitel „Wolken ziehen vorüber“ vorgesehen, das sich in Anlehnung an den gleichnamigen Kinofilm des finnischen Regisseurs Aki Kaurismäki von 1996 mit den Themen soziale Verlierer, Arbeit und Würde auseinandersetzt.

Im Juni darf man sich auf eine vermutlich sehr unterhaltsame Tanz- und Schauspielperformance von Gabriela Hiti auf einem Fußballfeld freuen. Unter dem Titel „Zu Ende gehen“ geht dann vermutlich auch die kommende Theater Im Bahnhof-Saison zu Ende.

Weitergeführt werden bewährte TiB-Formate wie die montägliche improvisierte Show im Orpheum Extra und die englischsprachige Solo-Produktion „Game Of Death“ mit Jacob Banigan, die bereits in ihre elfte Saison geht. Mit „Wir begehren“ gibt es im November eine Neuauflage des gleichnamigen feministischen Klagestücks aus dem Vorjahr.

)


Kommentieren


Schlagworte