Komödiantenkunst pur: Ein neuer „Barbiere“ an der Staatsoper

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„Heute Oper bunt“ heißt es in Neonlettern auf der Staatsopernfassade. Und tatsächlich: Am Dienstagabend feierte ein neuer „Barbiere di Siviglia“ im Haus am Ring Premiere - in einer Regie von Slapstickspezialist Herbert Fritsch, die mit Farbe und Frisuren als einzige Requisiten auskommt. Komödiantenkunst pur wird aus dem Ensemble gekitzelt und bei seinem Debüt am Haus legt Michele Mariotti am Pult einen fulminanten, neonfarbenen Rossini hin.

Neben viel Jubel, insbesondere für Etienne Dupuis als entzückend spielender und wunderbar singender Figaro sowie für den selbstironischen Strahlegraf Juan Diego Florez, gab es auch einige Buhrufe für die Regie. Die lässt die Buffa-Hitschleuder in einem Kabinett aus niemals stillstehenden Farbwänden in der Spaßzone zwischen wohlüberlegter Überzeichnung und gutgelauntem Schwachsinn spielen - und hat dabei offenbar gar nicht die Absicht, deutend - oder gar: bedeutend - zu sein.

Neben dem Rossinikönner Mariotti, der mit Plastischem und sehr viel Tempo aufhorchen ließ, feierte auch Vasilisa Berzhanskaya als Rosina ihr gelungenes Debüt am Ring - ebenso wie Ruth Brauer-Kvam, in Wien freilich vom Theater wohlbekannt, hier als Diener Ambrogio mit ausdruckstänzerischem Kommentar betraut. Das hochkarätige Ensemble komplett machten Paolo Bordogna und Ildar Abdrazakov als köstliches Duo aus Bartolo und Basilio.

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