Stella Rollig bleibt weitere fünf Jahre Belvedere-Direktorin

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Belvedere-Generaldirektorin Stella Rollig und ihr kaufmännischer Geschäftsführer Wolfgang Bergmann werden nach dem Ende ihrer aktuellen Funktionsperiode (bis 16. Jänner 2022) wiederbestellt. Das gab Kunst- und Kulturstaatssekretärin Andrea Mayer (Grüne) am heutigen Freitag bekannt. Die Verträge der beiden, die seit 2017 im Amt sind, werden um weitere fünf Jahre bis 2027 verlängert.

„Ich freue mich sehr, dass Stella Rollig und Wolfgang Bergmann für eine weitere Funktionsperiode zur Verfügung stehen“, so Mayer. „Beide haben sich in den vergangenen fünf Jahren als Glücksgriffe für das Belvedere erwiesen und darüber hinaus auch als Team gute Arbeit geleistet. Das Belvedere steht sowohl künstlerisch als auch wirtschaftlich auf guten Beinen. Die Wiederbestellung ist ein klarer Auftrag, diesen erfolgreichen Weg fortzusetzen.“

„Wir sind dankbar für das Vertrauen“, werden Rollig und Bergmann in der Aussendung zitiert. „Das Belvedere ist eines der ältesten Museen der Welt und gleichzeitig Schauplatz der zeitgenössischen Kunst. Den Auftrag der Bewahrung mit dem Aufbruch zu Neuem zu verbinden, macht unsere Aufgabe so spannend.“ Die beiden wollen mit der Belvedere-Belegschaft „engagiert daran arbeiten, möglichst rasch an die bisherigen Erfolge anzuschließen“, man sei „gerüstet für die Transformationsprozesse, mit denen wir das Belvedere in die Zukunft führen wollen“.

Für die wissenschaftliche Geschäftsführung hatten sich vier Personen beworben, davon zwei Männer und zwei Frauen. Für die wirtschaftliche Geschäftsführung gab es acht Bewerbungen (zwei Frauen, sechs Männer). Der Bewerbungsprozess wurde von einer externen Personalberatungsfirma begleitet. In der Auswahlkommission saßen neben der Vorsitzenden des Belvedere-Kuratoriums, Ingrid Kapsch-Latzer und dem Leiter der Kunst- und Kultursektion Jürgen Meindl außerdem Helene Kanta (Vorstand Wr. Städtische Versicherung), Brigitte Franzen (Direktorin Senckenberg Naturmuseum Frankfurt) sowie Bernhard Maaz (Generaldirektor Bayerische Staatsgemäldesammlungen). Beide Empfehlungen fielen laut Angaben des Kulturministeriums einstimmig aus.

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Rollig hatte das Haus im Jahr 2017 von ihrer Vorgängerin Agnes Husslein-Arco übernommen, nachdem sie ab 2004 dem Linzer Kunstmuseum Lentos vorgestanden war. Die am 5. Juli 1960 in Wien geborene Rollig begann ihre Laufbahn als Kulturjournalistin, arbeitete beim ORF-Hörfunk und in der Kulturredaktion des „Standard“. 1994 gründete sie das „Depot - Kunst und Diskussion“ im Wiener Museumsquartier, von 1994 bis 1996 war die studierte Germanistin und Kunsthistorikerin österreichische Bundeskuratorin für bildende Kunst. Für die steiermärkische Landesausstellung „Verkehr“ 1999 kuratierte sie die zeitgenössische Kunst, es folgten Arbeiten für das O.K. Centrum für Gegenwartskunst (heute OÖ. Kulturquartier, Anm.) in Linz sowie für den steirischen herbst.

Über ihr Privatleben hält sich die Belvedere-Chefin stets bedeckt. In den Klatschspalten sucht man sie vergeblich. Ihr Auftreten ist leise und zurückhaltend, bisweilen etwas spröde - Marktschreierei ist ihre Sache nicht. In den vergangenen fünf Jahren ihrer Direktion konnte sie die Besucherzahlen - vor der Coronapandemie - stetig steigern. Im Jahr 2019 erreichte das Haus 1,7 Mio. Besucher, was einem Plus von 8 Prozent entsprach. Somit war das Belvedere zuletzt nach dem KHM das Bundesmuseum mit den zweitmeisten Besucherinnen und Besuchern.

Auf der inhaltlichen Ebene punktete Rollig mit dem Überraschungserfolg der Ausstellung „Stadt der Frauen“ und einem wachsenden Interesse am einstigen 21er Haus, das Rollig in Belvedere 21 umbenennen ließ. Zuletzt forcierte sie Pläne für ein unterirdisches Besucherzentrum im Oberen Belvedere sowie eine Dependance in Salzburg.


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