Bennett lobt Merkel als „moralischen Kompass“ Europas

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Der israelische Regierungschef Naftali Bennett hat die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel bei ihrem Abschiedsbesuch als „moralischen Kompass des gesamten europäischen Kontinents“ gewürdigt. Israel sei dankbar für Merkels besonderen Einsatz für seine Sicherheit, sagte Bennett am Sonntag zum Auftakt einer gemeinsamen Sitzung mit der israelischen Regierung in Jerusalem.

Bennett lobte Merkels Rolle „bei der Festigung dieser außergewöhnlichen Beziehung, die auf einer historischen, riesigen Wunde basiert“. Merkel habe während ihrer Amtszeit Israel gegenüber keine „neutrale“ Position eingenommen, sondern stehe stets klar an der Seite des jüdischen Staates.

Bei Merkels Gesprächen in Israel sollte es unter anderem um das iranische Atomprogramm, die Frage eines unabhängigen Palästinenserstaates und bilaterale Themen gehen. Bennett sagte, der Iran habe in den vergangenen drei Jahren einen „riesigen Sprung“ in der Urananreicherung geschafft. Israel habe die Verantwortung, Teheran „mit Taten, nicht nur mit Worten“ daran zu hindern, eine Atombombe zu entwickeln.

Merkel wird in Jerusalem auch zu Gesprächen mit Präsident Yitzhak Herzog und Außenminister Yair Lapid zusammenkommen - das erste Mal seit Amtsantritt von Präsident Herzog und der Vereidigung der neuen Regierung im Sommer. Eine für Ende August geplante Reise Merkels nach Israel war wegen der dramatischen Entwicklung in Afghanistan abgesagt worden.

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Die Kanzlerin wird laut Programm am Nachmittag in Anwesenheit von Bennett einen Kranz in der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem niederlegen. Bei einer Zeremonie in Jerusalem soll Merkel die Ehrendoktorwürde des Technion-Israel Institute of Technology aus Haifa verliehen werden. Am Abend soll Merkel gemeinsam mit Bennett zudem Vertreter von Unternehmen treffen.

Mitte Juni war in Israel eine neue Regierung vereidigt worden. Die Koalition wird von insgesamt acht Parteien vom rechten bis zum linken Spektrum getragen, darunter ist erstmals eine arabische Partei. Damit ging die Ära des rechtskonservativen Langzeit-Ministerpräsidenten Benjamin Netanyahu, der seit 2009 ohne Unterbrechung im Amt gewesen war, zu Ende. Merkel trat bei der Bundestagswahl im 26. September nicht mehr an.


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