OÖ-Wahlen - Erster Grüner Bürgermeister in Attersee

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In 72 oberösterreichischen Gemeinden fanden am Sonntag Bürgermeisterstichwahlen statt. Um 16 Uhr schlossen die letzten Wahllokale. Für die Grünen brachte der Urnengang den ersten Bürgermeistersessel im Bundesland in Attersee. In der Bezirkshauptstadt Schärding musste sich der amtierende Stadtchef Wolfgang Angerer (ÖVP) dem Sozialdemokraten Günter Streicher (53,1 Prozent) geschlagen geben.

In Perg behauptete sich hingegen ÖVP-Amtsinhaber Anton Froschauer (53,4 Prozent) gegen FPÖ-Herausforderer Andreas Köstinger. Auch in Ried im Innkreis setzte sich Bernhard Zwielehner (ÖVP, 66,4 Prozent) gegen Thomas Dim (FPÖ) durch. Langzeit-Bürgermeister Albert Ortig (ÖVP) war nicht mehr angetreten. In Grieskirchen lag Amtsinhaberin Maria Pachner mit 67 Prozent klar vor Franz Pointinger von der FPÖ. Die Ergebnisse mehrerer weiterer Bezirksstädte sowie der Landeshauptstadt, wo Amtsinhaber Klaus Luger gegen ÖVP-Herausforderer Bernhard Baier ins Rennen geht, standen zunächst noch aus.

In Bad Ischl hat sich die amtierende Stadtchefin Ines Schiller (SPÖ) bei der Bürgermeister-Stichwahl knapp - mit 60 Stimmen Vorsprung bei 11.588 Wahlberechtigten - gegen ihren Herausforderer Hannes Mathes behauptet. Der ehemalige Salzburger SPÖ-Landesgeschäftsführer, der mit einer von der ÖVP unterstützten Namensliste für den Gemeinderat kandidiert hatte und auf Anhieb stimmenstärkste Partei geworden war, wollte auch Bürgermeister werden. Amtsinhaberin Schiller kandidierte zum ersten Mal und bekam 50,4 Prozent der Stimmen. Sie hat Anfang des Vorjahres ihren Lebensgefährten Hannes Heide abgelöst, der ins EU-Parlament gewechselt ist. Mathes blieb mit 49,6 Prozent nur knapp dahinter.

Die oberösterreichischen Grünen haben in Attersee zum ersten Mal einen Bürgermeistersessel erklommen: Rudolf Hemetsberger setzte sich mit 59,9 Prozent klar gegen seinen ÖVP-Kontrahenten Philip Weissenbrunner (40,1 Prozent) durch. Bisher gab es in Oberösterreich keine Grünen Ortschefs, nur vereinzelt welche von grün-affinen Bürgerlisten. Der zweite Grüne, der in der Bürgermeisterstichwahl am Start war, hatte weniger Erfolg: In Arbing musste sich Roland Vuketich (42,8 Prozent) der ÖVP-Kandidatin Hermine Leitner (57,2 Prozent) geschlagen geben.

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Eine Ära endet in Steyregg: In dem Ort nahe am Linzer Industriegebiet, wo seit langem die Steyregger Bürgerinitiative für Umwelt (SBU) den Bürgermeister stellte, war diesmal die SPÖ erfolgreich. Gerhard Hintringer (SPÖ) blieb mit 51,3 Prozent knapp vor David Lackner, der bisherige Ortschef Johann Würzburger (beide SBU) war nicht mehr angetreten

Im FPÖ-regierten Gaspoltshofen musste der scheidende freiheitliche Landesrat Wolfgang Klinger diesmal zwar ins Stechen, er behielt aber im zweiten Durchgang mit 55,2 Prozent seinen Bürgermeistersessel.

Die meisten Bewerber in den heute stattfindenden Stichwahlen gehören ÖVP, FPÖ, SPÖ oder Bürgerlisten an, aber auch die Grünen haben in zwei Orten Kandidaten am Start, MFG und NEOS hingegen nicht. In 40 Orten heißt das Match ÖVP gegen SPÖ, in 19 ÖVP gegen FPÖ und in einem FPÖ gegen SPÖ. In zwei Gemeinden treten Grüne gegen Schwarze an. Zudem sind zehn Bürgerlisten-Kandidaten in der Stichwahl - acht treten gegen schwarze und zwei gegen rote Kontrahenten an.

In den vier Gemeinden Hinterstoder, Pinsdorf, St. Oswald bei Freistadt und Reichenau im Mühlkreis hat jeweils ein Kandidat vorzeitig das Handtuch geworfen. Hier muss zu einem späteren Zeitpunkt mit „Ja“ oder „Nein“ über den verbliebenen Bewerber abgestimmt werden. Reichenau wählt am 24. Oktober, die anderen drei Gemeinden am 17. Oktober.


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