Sturms „Megaaufgabe“ gegen Spaniens Leader Real Sociedad

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Nichts zu verlieren hat das noch punktelose Sturm Graz im dritten Gruppenspiel der Fußball-Europa-League am Donnerstag (21.00/live Sky, ServusTV): Die Merkur-Arena ist Schauplatz des Duells mit Spaniens aktuellem Tabellenführer Real Sociedad, der in Hammergruppe B gegen AS Monaco und PSV Eindhoven remisierte und nun den ersten „Dreier“ einplant. „Wir sind krasser Außenseiter, es wird eine Megaaufgabe“, meinte Sturm-Coach Christian Ilzer. Er hofft auf ein Geburtstagspräsent.

44 Jahre wird Ilzer am Donnerstag alt, die Mannschaft hätte also die Gelegenheit, ihren Coach mit zumindest einem schön verpackten Punkt zu beschenken. In der „verschleierten Champions-League-Gruppe“ (Ilzer) käme das einer kleinen Sensation gleich, auch wenn die Gäste aus dem baskischen San Sebastian Kapitän Mikel Oyarzabal, 21-fachen spanischen Teamstürmer, nach einem Faserriss im hinteren Oberschenkel vorgeben müssen. Nur in dieser Hinsicht geht es ihnen ähnlich wie den Grazern. Auch den Steirern steht der Kopf der Mannschaft nicht zur Verfügung: Stefan Hierländer muss mit einer Knieblessur passen, wird am Wochenende im nächsten Knaller gegen Salzburg aber wohl wieder zur Verfügung stehen.

Immerhin kann Sturm wie schon beim 1:4 gegen Eindhoven im zweiten Gruppenspiel mit rund 15.000 Zuschauern rechnen, Ilzer hofft nicht zuletzt auf den Effekt von den Rängen. „Wir haben gegen PSV nach dem Anschlusstor erlebt, was Zuschauer bewirken können. Da hat nur der Ausgleichstreffer gefehlt, dann hätte das Spiel vielleicht einen anderen Verlauf genommen“, erinnerte er sich an das zwischenzeitliche 1:2 durch Jon Gorenc-Stankovic (55.) am 30. September. Trotz einer klaren Leistungssteigerung im Vergleich zum chancenlosen Auftritt bei Monaco (0:1) ging es sich gegen die Niederländer schließlich nicht aus.

Ilzer verbucht die Teilnahme an der edel ausstaffierten Gruppe trotz einer gegen null tendierenden Aufstiegschance als Gewinn. „Im Rückblick waren die Partien in Monaco und gegen Eindhoven ein super Los. Das ist eine große Chance für uns, uns mit den Allerbesten zu messen“, stellte der Steirer fest - in Österreich ist seine Truppe immerhin führende Kraft hinter den alles überstrahlenden Salzburgern. „Wir müssen uns alles zutrauen, und wenn sie uns eine kleine Chance geben, dann müssen wir die nützen“, stellte Ilzer fest.

Die Absenz von Oyarzabal dürfe nicht darüber hinwegtäuschen: „Sie haben viele andere großartige Spieler und eine enorme Ballsicherheit“, konstatierte Ilzer im Hinblick auf Männer wie Mittelfeldmann Mikel Merino, Schwedens Teamstürmer Alexander Isak, den zumindest wieder für den Kader fitten Routinier David Silva oder Adnan Januzaj. „Sie haben eine sehr kompakte Mannschaft, die in der Liga sehr wenig Gegentore (7, Anm.) kassiert hat. Ich habe aber Ideen, wie man eine solche Mannschaft vor Probleme stellen kann“, sagte Ilzer. „Wir müssen aber in allen Bereich an die Grenzen gehen und nicht nur 25 Minuten lang. Ein Spiel von uns auf höchstem Level ist gefragt.“

Die Basken schweben auf Wolke sieben in die Steiermark, viele Fans träumen bereits vom ersten Meistertitel seit 1982. Trainer Imanol Alguacil (50) hat zwar noch kein großes Team trainiert, in den vergangenen fast drei Jahren aber um Oyarzabal ein Kollektiv geformt, das diesen Namen auch verdient. Der Cupsieger der Vorsaison ist zehn Pflichtspiele en suite ungeschlagen, nur zum Ligaauftakt gegen den FC Barcelona gab es eine 2:4-Niederlage. Seine Kicker könnten freilich versucht sein, die „Blackys“ auf die leicht zu Schulter zu nehmen. Denn am Sonntag steht in La Liga auswärts der Schlager gegen Meister und Verfolger Atletico Madrid an.


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