Venedig-Gewinnerfilm eröffnete feierlich die 59. Viennale

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Ein weiteres Stück Normalität ist zurück: Die Viennale ist Donnerstagabend mit der altbekannten Eröffnungsgala im frischrenovierten Gartenbaukino in ihre 59. Ausgabe gestartet. „Die kommenden zehn Tage werden voller Erinnerungen, Bilder und Gefühle sein“, rief Festivalchefin Eva Sangiorgi als Motto aus. Bis 31. Oktober stehen nun 241 cineastische Werke im Angebot für Filmfreunde.

Auch Wiens Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler (SPÖ) brach in ihren Grußworten einen Stab für die Filmauswahl des Festivals: „Diese Filme machen uns feinfühliger, empathischer und verstören mitunter auch. Aber all das braucht eine Zivilgesellschaft.“

Abschied nehmen hieß es indes für die langjährige Geschäftsführerin Eva Rotter, auch wenn sie auf den 31. Oktober für ihre Abschiedsrede verwies. „Gehen Sie einfach in Filme, die sich nicht kennen und schauen, was mit Ihnen passiert“, gab die Meisterin der Zahlen den Gästen als Empfehlung mit. Ihr wird am 1. Dezember Paolo Calamita in der zentralen Festivalfunktion nachfolgen.

Als Eröffnungsfilm im Anschluss an den offiziellen Part hatte man heuer auf Goldgekröntes gesetzt: Audrey Diwans Abtreibungsdrama „L‘Evénement“ nach Annie Ernaux hatte zuletzt in Venedig überraschend den Goldenen Löwen erhalten und läutete nun den Reigen in Wien ein. Und auch der Abschlussfilm am 31. Oktober kann auf Ehrenzeichen der Festivalkollegenschaft zurückblicken: Joachim Triers verspätetes Coming-of-Age-Werk „Verdens Verske Menneske“ beendet heuer die Viennale, wobei Hauptdarstellerin Renate Reinsve, die in Cannes als beste Darstellerin gewürdigt wurde, nach Wien kommen wird.

Zwischen diesen beiden Daten sind nun wieder Tausende Filmfreunde geladen, beim größten österreichischen Filmfestival einen oder mehrere der Filme des Programms zu genießen. Darunter finden sich auch 42 Kurz- und Mittellangfilme, soll das Kurzfilmschaffen doch künftig eine größere Rolle bei der Viennale spielen, weshalb heuer acht Kurzfilmprogramme locken. Der traditionelle Festivaltrailer stellt heuer die Frage „But Why?“ und stammt vom britischen Filmemacher Terence Davies, wobei dem 75-Jährigen auch eine Monografie beim Festival gewidmet ist. Zu den weiteren Stars im Reigen gehört neben langjährigen Viennale-Begleitern wie Mathieu Amalric auch Matt Dillon, Hauptdarsteller in der neuen Politsatire „Land of Dreams“.

Nach der Ausweitung um fünf Programmkinos aus Coronagründen im Vorjahr beschränkt man sich nun wieder auf fünf Wiener Innenstadtkinos als Spielorte. Die Viennale wird dabei über weite Strecken unter 2,5G-Regel abgehalten - also offen für Geimpfte, Genesene oder jene mit einem aktuellen PCR-Test. Lediglich im rechtzeitig zum Festival nach Generalsanierung wieder eröffneten Gartenbaukino, das mit 736 Plätzen mehr als 500 Besucherinnen und Besucher begrüßen kann, gilt gemäß den Wiener Vorgaben 2G, also der Zutritt nur für Geimpfte und Genesene.

Und schließlich gibt es heuer, wenn schon keine Festivalzentrale, so doch eine „Viennale Bar“. In der Falkestraße 5 in der Innenstadt lädt man täglich bei freiem Eintritt ab 16 Uhr zu Diskussionen mit Festivalgästen oder DJ-Runden am Abend. So ist hier etwa am Sonntag (24. Oktober) eine von Viennale-Chefin Sangiorgi geleitete Diskussion mit anderen Intendanten wie Berlinale-Direktor Carlo Chatrian unter dem Titel „Festivals on Festivals“ angesetzt.

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