Klimt-Schau mit Werken aus dem Belvedere eröffnet in Rom

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Gustav Klimt und Italien: 111 Jahre nach seiner Beteiligung an der Biennale in Venedig werden hochkarätige Klimt-Werke, darunter die weltbekannte „Judith“, bei einer Ausstellung in Rom gezeigt. Am Mittwoch wird im Palazzo Braschi im Zentrum der italienischen Hauptstadt die von Belvedere-Kurator Franz Smola konzipierte Schau „Klimt, die Secession und Italien“ eingeweiht. Das Belvedere steuert elf Leihgaben bei, darunter Klimts „Judith“ und das „Bildnis Amalie Zuckerkandl“.

Zu den Highlights der bis zum 27. März 2022 laufenden Ausstellung zählt das 1997 gestohlene und 2019 wiedergefundene „Mädchenbildnis“ aus der Galleria Ricci Oddi in Piacenza. Erstmals seit der spektakulären Wiederauffindung im Dezember 2019 ist das Gemälde öffentlich zu sehen. Dem Bild ist ein eigener Saal im Palazzo Braschi gewidmet.

Weitere Exponate stellt die Klimt-Foundation, darunter das Doppelporträt „Freundinnen I (Die Schwestern)“, das zuletzt vor 111 Jahren auf der Biennale in Venedig zu Gast war. Klimts letztes Werk „Die Braut“ wird nach über 80 Jahren erstmals wieder außerhalb Österreichs gezeigt. Auch das Bildnis „Mädchen im Grünen“, sowie Zeichnungen und Autografen, Ausstellungsplakate und Fotografien stammen von der Klimt-Foundation. Ergänzt wird die Ausstellung um weitere rund fünfzig Gemälde und Skulpturen von Künstlern der Wiener Secession. Einige Werke stammen auch aus öffentlichen und privaten Sammlungen, wie der Neuen Galerie Graz.

Die Ausstellung beschäftigt sich damit, wie Klimt sich zwischen der Wiener Secession und dem italienischen Ausstellungsbetrieb bewegte. In einigen Fällen werden Klimts Bilder in der Schau auch Werken italienischer Künstler wie Felice Casorati und Galileo Chini gegenübergestellt, die teils viel mehr auf Klimts dekorativen Stil reagierten als die Wiener Maler seiner Zeit. „Klimt und Italien, das ist eine wahre Erfolgsgeschichte: Kein Land hat Klimt so gut verstanden wie Italien. Fast scheint es, als hätten die Künstler Italiens Klimt besser begriffen als seine Wiener Kollegen“, so Belvedere-Kurator Smola, der die Schau in Rom konzipiert hat.

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Die Beziehung Klimts zu Italien wird auch anhand einiger Bilder des Gardasees beleuchtet. 1913 setzt Klimt dem Gardasee dreimal ein „Denkmal in Bildern“, kurz bevor der Erste Weltkrieg den kulturellen Austausch zwischen Österreich und Italien für viele Jahre empfindlich einengte. „Klimt war nicht besonders reisefreudig, doch für Italien machte er Ausnahmen. Italien war für Klimt seit den 1890er Jahren sein bevorzugtes Reiseziel außerhalb der Monarchie. Inspirierende Kunsteindrücke, sei es die italienische Renaissance oder die Mosaikkunst in Venedig und Ravenna, finden Einzug in sein Werk. Bei Ausstellungen in Rom und Venedig wurde er von Publikum und Presse euphorisch gefeiert“, sagte Klimt-Foundation Kuratorin Sandra Tretter bei einer Pressekonferenz am Dienstag zur Eröffnung der Ausstellung.

Rom feiert heuer den 150. Jahrestag der Erhebung zur Hauptstadt des Königreichs Italien. Aus diesem Anlass präsentiert das Museo di Roma die Schau zu Gustav Klimt. „Diese Ausstellung war eine echte Herausforderung in Zeiten, die wegen der Pandemie noch unsicher sind. Wir haben es aber geschafft und ich bin zuversichtlich, dass die Klimt-Ausstellung in den nächsten Monaten zu einem Highlight für Rom und Italien werden wird“, betonte Maria Vittoria Marini Clarelli, Leiterin des römischen Denkmalschutzes.

Auch im nächsten Jahr steht Klimt in Italien im Fokus. So wird am 5. April 2022 eine Klimt-Ausstellung in der Kunstgalerie Ricci Oddi in Piacenza eingeweiht. Die Galerie ist die Eigentümerin des 2019 wiedergefundenen „Mädchenbildnis“. Die Schau will sich auf die private Dimension des Künstlers fokussieren.

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