Nach Mordversuch in OÖ Opfer befragt - Freund war betrunken

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Nach dem mutmaßlichen Mordversuch in der Nacht auf Dienstag in Mittertreffling im Bezirk Urfahr-Umgebung konnte das schwerverletzte Opfer inzwischen im Spital befragt werden. Die 21 Jahre alte Frau gab an, dass ihr 23-Jähriger Freund betrunken war und sie nach einem Streit attackiert habe. Der Mann soll an einer Persönlichkeitsstörung gelitten haben und war deshalb auch im Neuromed-Campus in Linz in Behandlung, erklärte der Linzer Staatsanwaltschaftssprecher Reinhard Steiner.

Das Opfer berichtete weiter, dass der Tatverdächtige am Abend Bier und Wein getrunken habe. In der Nacht sei es zu einem Beziehungsstreit gekommen. „Der Mann schlug der Freundin mit den Fäusten ist Gesicht und würgte sie. Danach ging sie zu Boden und blieb auf dem Bauch liegen“, schilderte Steiner den offensichtlichen Tathergang. Anschließend setzte sich der 23-Jährige wohl auf die am Boden Liegende, stach mit einem Küchenmesser immer wieder auf sie ein und zog die Schwerverletzte ins Bad, wiederholte Steiner die Angaben des Opfers.

Dann soll der Mann an verschiedenen Stellen im Haus Feuer gelegt haben. Dazu tränkte er Textilien mit Benzin und zündetet sie an, so der Stand der Ermittlungen am Mittwochnachmittag. Der Verletzten gelang es in der Zwischenzeit aus dem Badefenster auf das Garagenvordach und weiter ins Hochbeet der Nachbarn zu springen, die Hilfe holten. Laut dem Krankenhaus dürfte die Frau 30 bis 40 Stiche in den Rücken bekommen haben, „zwei drangen bis in die Lungenhöhle vor“, führte der Staatsanwaltschaftssprecher aus. Bei dem Sprung aus dem Fenster brach sich das Opfer noch das Bein.

Der Täter flüchtete und lief in ein zum Brandort fahrendes Feuerwehrauto. Dabei wurde er tödlich verletzt. Derzeit ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen den Fahrer wegen fahrlässiger Tötung. Es sehe aber so aus, dass der 23-Jährige „abrupt von links vor das Auto gesprungen ist“, so Steiner.

Der offenbar psychisch Kranke hatte seine Freundin im Sommer während eines Klinikaufenthalts kennengelernt. Seit September lebten sie im ersten Stock des Hauses der Mutter vom mutmaßlichen Täter. Diese war in der Tatnacht jedoch nicht daheim, sondern bei ihrem Lebensgefährten. Eine 53-jährige Verwandte, die ebenfalls in dem Stockhaus wohnte, wurde aus dem brennenden Haus gerettet und kam mit einer Rauchgasvergiftung ins Spital. Die Tatwaffe wurde bisher noch nicht gefunden. Da der Brand doch erheblichen Schaden angerichtet hat, sei es laut Steiner fraglich, ob sie überhaupt noch sichergestellt werden könne.


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