Dwamena-Zusammenbruch überschattet Cup-Achtelfinale

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Aufstieg für Red Bull Salzburg, Aus für Sturm Graz, doch überschattetet wurde das Achtelfinale im Fußball-ÖFB-Cup vom Zusammenbruch des Blau-Weiß-Linz-Spielers Raphael Dwamena. Der bereits mit einem Defibrillator spielende Ghanaer (26) kollabierte am Mittwochabend bei der Heimpartie seines Clubs gegen Hartberg. Sein Zustand ist stabil. Das Spiel wurde beim Stand von 0:0 abgebrochen.

„Sein Defibrillator hat angeschlagen und die Ärzte konnten ihn rasch stabilisieren“, berichtete Blau-Weiß-Manager Stefan Reiter der APA. Dwamena sei beim Abtransport ins Krankenhaus bei Bewusstsein gewesen, aktuell würden weiterführende Tests gemacht. „Raphaels Zustand ist stabil.“ Die Rettungskette hat laut Einschätzung des Managers „überragend funktioniert“. „Es hat keine Sekunde gedauert, da waren die Sanitäter auf dem Weg zu ihm.“

Schiedsrichter Andreas Heiß hatte die Partie beim Stand von 0:0 zunächst für kurze Zeit unterbrochen, ehe mit Zustimmung beider Teams der Abbruch erfolgte. Reiter richtete dem Gegner Dank und Anerkennung aus. Hartbergs Clubsprecher erklärte: „Für uns war sofort klar, dass wir heute nicht weiterspielen.“

Gespielt wurde andernorts, in Graz verabschiedete sich mit dem SK Sturm der Tabellenzweite der Bundesliga aus dem Bewerb. Die Steirer unterlagen Ligakonkurrent Ried mit 1:2 (0:1). Ante Bajic (36.) und Luca Meisl (52.) schossen den Cupsieger von 2011 nach drei Jahren Pause wieder in ein Viertelfinale. Für Sturm war der Anschlusstreffer von Jakob Jantscher zu wenig (69.). Ried schaffte die Revanche für die 0:1-Niederlage in der Liga zuletzt.

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Ried machte dicht und den spielbestimmenden Grazern fiel letztlich zu wenig ein. Ein Konter brachte den Außenseiter in Front. Am Ende einer steirischen Fehlerkette stand Bajic frei an der zweiten Stange und überwand Jörg Siebenhandl (36.). Der zuletzt schwächelnde Goalie leitete auch diesmal den Gegentreffer mit einem Abschlag direkt zum Gegner ein.

Der Europa-League-Teilnehmer musste am Mittwoch ohne drei Stammspieler - neben Otar Kiteishvili und Stefan Hierländer fehlte auch Abwehrchef Gregory Wüthrich (kränklich und muskuläre Probleme) - auskommen, und sah trotz eines klaren Chancenübergewichts seine Felle ab der 52. Minute davonschwimmen. Nachdem Siebenhandl noch gegen Philipp Pomer das 0:2 verhindert hatte, brachte Meisl beim anschließenden Corner den (abgefälschten) Ball per Kopf im kurzen Eck unter (52.). Stefan Nutz leistete bei beiden Toren den Assist. Jantscher machte die Partie mit einem platzierten Schuss ins lange Eck noch einmal spannend, der Ausgleich glückte dem bisher letzten Cupsieger (2018), der nicht Salzburg heißt, gegen clever verteidigende „Wikinger“ aber nicht mehr.

„Wir wollten sicher stehen und mit Umschaltaktionen gefährlich sein. Das ist uns Gott sei Dank gut aufgegangen“, sagte Bajic im ORF. Jantscher wollte die lange Verletztenliste der Grazer nicht gelten lassen. „Man muss auch selbstkritisch sein, das war einfach zu wenig. Wir müssen aufhören zu sagen, dass wir zu viele Verletzte haben. Wir müssen hier weiterkommen, fertig, aus.“

Salzburg zog in St. Pölten glanzlos in die nächste Runde ein. Premierentorschütze Daouda Guindo, dessen Ball von der Grundlinie zum perfekten Heber wurde (30.), Junior Adamu (73./Flachschuss) und Ramus Kristensen nach einer Ecke per Kopf (91.) trafen für den Titelverteidiger. Die Bullen bekundeten gegen den Bundesliga-Absteiger mehr Mühe als gedacht, erledigten die Pflichtaufgabe aber so, dass auch Kräfte für die anstehenden Aufgaben geschont werden konnten. Der FAC setzte sich nach torlosen 120 Minuten im Elfmeterschießen gegen Zweitliga-Konkurrent Kapfenberg durch.


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