Thomas Gottschalk erhebt noch einmal sein „bemoostes Haupt“

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Er ist zweifelsohne die deutschsprachige Showmasterlegende: Thomas Gottschalk. Am 6. November (Samstag) kehrt der umtriebige Moderator nun mit einer Sonderausgabe seines legendären Formats „Wetten, dass..?“ in ORF 1 auf den Bildschirm zurück. Aus diesem Anlass beantwortete der 71-Jährige der APA die Frage, ob eine Rückkehr auch schmerzt, warum es keine neuen Elemente in der Show geben darf und was seine „geschminkte“ Seite im Berufsleben war.

APA: Würden Sie retrospektiv sagen, dass die Zeit als Moderator von „Wetten, dass..?“ Ihre schönste berufliche Phase war?

Thomas Gottschalk: Den meisten Spaß hatte ich als Radio DJ zwischen 1976 und 1984. Ich habe erzählt, was ich wollte und die Musik gespielt, die ich selber hören wollte. Dagegen war Fernsehen immer nur die „geschminkte“ Seite von mir.

APA: Ist eine Rückkehr für Sie nicht auch schmerzhaft, oder herrscht bei Ihnen ausschließliche Vorfreude?

Gottschalk: Ich mache gar nichts mehr, worauf ich mich nicht wirklich freue. Das Einzige, was schmerzt, ist meine Bandscheibe.

APA: Gibt es bei einem derartigen Comeback nicht wie etwa im Falle von ABBA die Gefahr, an der eigenen Legende zu scheitern?

Gottschalk: Ich finde nicht, dass ABBA mit ihrem Comeback gescheitert sind, gebe die Frage aber gerne an sie weiter. Sieht so aus, als würden sie auf der Bank sitzen. Und das Risiko an meiner eigenen Legende zu scheitern, nehme ich gerne in Kauf.

APA: Wie sehr wird die Show aus Nürnberg eine Retroausgabe, ein Rückblick und wie sehr wird es neue Elemente geben?

Gottschalk: „Neue Elemente“ will bei „Wetten, dass..?“ kein Mensch, genauso wenig wie der Stephansdom einen modernen Anbau braucht.

APA: Worauf freuen Sie sich bei der Show und bei den Wetten am meisten?

Gottschalk: Auf die Eurovisionsmelodie.

APA: Corona hat einen Boom des Cocoonings auf der Couch gebracht. Gute Voraussetzungen also für eine große Samstagabendshow, aber fehlen für neue Formate einfach die zündenden Ideen?

Gottschalk: Wenn es neue Ideen geben sollte, dann sollten die auch von neuen Köpfen umgesetzt werden. Ich erhebe gerne noch einmal mein bemoostes Haupt und zeige wie es geht. Das war‘s aber dann.

APA: Die obligatorische Abschlussfrage an dieser Stelle: Bleibt es bei der einmaligen Jubiläumsshow oder stünden Sie für weitere Ausgaben bereit?

Gottschalk: Würde ich weitermachen, wäre das ja keine „einmalige Jubiläumsshow“ mehr und auf die freuen wir uns doch alle. Ich zumindest, sehr!

(Die Fragen stellte Martin Fichter-Wöß/APA)


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