Prix Goncourt geht an Mohamed Mbougar Sarr

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Der Senegalese Mohamed Mbougar Sarr (31) ist am Mittwoch für sein Buch „La plus secrète mémoire des hommes“ (dt. Die geheimste Erinnerung der Menschen) in Paris mit dem Prix Goncourt ausgezeichnet worden. Der Roman des bereits mehrfach ausgezeichneten Autors handelt von einem jungen Schriftsteller, der in Paris ein legendäres Buch aus dem Jahr 1938 entdeckt und sich auf die Spuren des auf mysteriöse Weise verschwunden Autors macht.

Es ist das erste Mal, dass ein senegalesische Schriftsteller mit dem renommierten französischen Literaturpreis ausgezeichnet wird. Der Preis ist zwar mit bloß zehn Euro dotiert, sorgt aber stets für Rekordverkäufe. Bisher sind noch keine Bücher Sarrs auf Deutsch erhältlich. Auf der Auswahlliste standen auch Sorj Chalandon mit „Enfant de salaud“, „Milwaukee Blues“ von Louis-Philippe Dalembert und Christine Angot mit „Die Reise nach Osten“. Der Prix Renaudot wurde der bekannten Belgierin Amélie Nothomb für „Premier sang“ zuerkannt.

Am Abend wird dann in London der britische Booker Prize vergeben. Auf die Shortlist für das beste englischsprachige Buch, das in Großbritannien oder Irland veröffentlicht wurde, haben es zwei Frauen und ein Mann aus den USA sowie Autoren aus Südafrika, Sri Lanka und eine Britin mit somalischen Wurzeln geschafft. Zu den Favoriten für den mit 50.000 Pfund (umgerechnet rund 59.000 Euro) dotierten Booker Prize gehört der Südafrikaner Damon Galgut mit „The Promise“, einem Buch das während der Apartheid spielt und den Zerfall einer weißen Familie schildert. Auch dem US-Amerikaner Richard Powers mit seinem Roman „Bewilderment“ über die Beziehung zwischen einem Wissenschafter und seinem kleinen Sohn in einer nahen Zukunft, die von Umweltzerstörung geprägt ist, werden gute Chancen eingeräumt.


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