225 Helfer bei Bekämpfung des Waldbrandes in NÖ

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Bei der Bekämpfung des Waldbrandes in Hirschwang in der Marktgemeinde Reichenau a.d. Rax (Bezirk Neunkirchen) sind am Donnerstag laut LHStv. Stephan Pernkopf (ÖVP) 225 Helfer aufgeboten worden. Glutnester wurden gezielt abgelöscht, berichtete Bezirkskommandant Josef Huber. Ein Einsatzende war vorerst nicht absehbar - auch nach „Brand aus“ werde man den Berg noch wochenlang auf Glutnester hin beobachten müssen, sagte Landesfeuerwehrkommandant Dietmar Fahrafellner.

Ein Erkundungsflug mit einer Wärmebildkamera am Donnerstag ergab laut Fahrafellner, dass „weniger Glutnester vorhanden“ sind. Die Zahl ist demnach von zuvor über 1.000 auf mittlerweile unter 100 gesunken. „Wir sind guter Dinge, dass wir den Brand bald unter Kontrolle haben werden“, sagte der niederösterreichische Landesfeuerwehrkommandant zur APA. „Höchste Priorität hat die permanente Überwachung des Waldgebiets“, betonte Fahrafellner.

Ob wie erhofft am Wochenende „Brand aus“ gegeben werden kann, ließ sich laut Einsatzleiter Huber am Donnerstag noch nicht abschätzen. Das Feuer war am Montag der Vorwoche ausgebrochen und hatte sich innerhalb kürzester Zeit auf mehr als 100 Hektar ausgebreitet. Auch nach einem offiziellen „Brand aus“ werde man den Berg sicher noch einige Wochen lang überwachen müssen, erklärten Fahrafellner und Huber.

Am Donnerstag waren unter den insgesamt 225 Einsatzkräften 170 Feuerwehrleute. Nach einer „verhältnismäßig ruhigen Nacht“ löschten Bodenmannschaften Glutnester an der Ostflanke ab. Huber sprach von „sehr herausfordernder“ Arbeit im Steilgelände, weil der Boden durch den Regen rutschig sei. Zudem waren bei Bedarf punktuelle Wasserabwürfe aus der Luft geplant. Vier Hubschrauber standen dafür bereit. Verstärkung kam durch Katastrophenhilfsdienst-Züge der FF aus dem Bezirk Neunkirchen, Feuerwehrleute aus Kärnten und Tirol unterstützten im Flugdienst.

Der prognostizierte Niederschlag ist indes eingetroffen. „Der Regen hat sich positiv ausgewirkt“, berichtete Huber: „Jeder Niederschlag hilft.“ Am Donnerstagvormittag zeigte sich indes die Sonne, sodass auch Flugbetrieb wieder möglich war.

Zu den Einsätzen aus der Luft zog am Donnerstag das Innenministerium eine Zwischenbilanz. Gezählt wurden - nationale und internationale Kräfte addiert - 4.248 Flüge mit 5,061.000 Litern Löschwasser. Das entspreche dem Inhalt von mehr als 1.200 üblichen Tanklöschfahrzeugen der Feuerwehr, hieß es in einer Aussendung.

Unterdessen liefen die Ermittlungen der Polizei weiter. Auch am Donnerstag waren Beamte an Ort und Stelle, um die Brandursache zu ermitteln. Das Feuer soll der Exekutive zufolge durch eine „fremde Zündquelle“ entstanden sein. An jener Stelle, an der die Flammen ihren Ausgang genommen haben dürften, sollen laut Polizei in der Vergangenheit immer wieder Lagerfeuer gemacht worden sein.

Der am Mittwoch bekannt gewordene Corona-Cluster im Zusammenhang mit dem Waldbrandeinsatz hat sich am Donnerstag nach Angaben aus dem Büro von Gesundheitslandesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig (SPÖ) auf 21 Fälle vergrößert. Am Vortag waren fünf Infektionen verzeichnet worden. Aufgrund mehrerer positiver Tests in ihren Reihen hat sich die Bergrettung Niederösterreich/Wien am Mittwoch zurückgezogen. „Die Bergrettung steht seit gestern nicht mehr im Einsatz“, sagte Franz Resperger vom Landesfeuerwehrkommando zur APA. An Ort und Stelle seien jedoch u.a. Mitglieder der Alpinpolizei sowie Höhenretter von Feuerwehren aus Niederösterreich und Wien.


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