Entwurf der COP26-Abschlusserklärung will neue Klimapläne

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Ein aktueller Entwurf der Abschlusserklärung für die COP26 vom Mittwoch ruft die etwa 200 Staaten dazu auf, den Ausstieg aus der Kohle zu beschleunigen und Subventionen für fossile Energieträger zu streichen. Weiter heißt es in dem Dokument, dass der Ausstoß der Treibhausgase schnell, stark und nachhaltig gedrosselt werden muss, und zwar um 45 Prozent bis 2030 und auf netto Null bis zur Mitte des Jahrhunderts. Umweltschutzgruppen sehen in dem Papier noch viele Schwächen.

Anders lasse sich die Erderwärmung nicht wie angestrebt auf 1,5 Grad im Vergleich zur vorindustriellen Zeit begrenzen, heißt es in dem Entwurf. Die Staaten werden daher aufgefordert, bis Ende 2022 ihre bei den UN eingereichten nationalen Pläne zum Klimaschutz für die Zeit bis 2030 „zu überprüfen und zu stärken“. Und weiter: man sei „alarmiert und besorgt“, dass menschliche Aktivitäten schon jetzt den Planeten um etwa 1,1 Grad aufgeheizt hätten und die Folgen schon in jeder Region spürbar seien.

Betont wird die Dringlichkeit, noch in dieser „kritischen Dekade“ schneller und ehrgeiziger beim Klimaschutz voranzukommen, aber auch bei der Anpassung an Klimaschäden und der Finanzierung von Klimahilfen. In diesem Zusammenhang sei es „sehr besorgniserregend“, dass die derzeitigen Hilfen zur Anpassung an die Erderwärmung für arme Länder unzureichend seien. Die Industriestaaten werden in dem Dokument aufgefordert, ihre Gelder für die Klimaanpassung „mindestens zu verdoppeln“.

Gerade dieser Punkt sorgt für Kritik aus den Reihen der Umweltschutzorganisationen: „In diesem Entwurf ist kein Plan enthalten, wie die Klimapläne der einzelnen Staaten an die wissenschaftlich klar notwendigen Emissionsreduktionen angepasst werden sollen. Es gibt auch keinen Plan, wie man die Finanzierung von Klimaschäden abdecken will. Wir bleiben beim Kurs auf die Klimakatastrophe und zukünftige Generationen und hart getroffene Menschen vor allem im globalen Süden werden allein gelassen. Das darf nicht das Ergebnis von Glasgow werden!“ sagte Johannes Wahlmüller, Klima- und Energiesprecher von GLOBAL 2000, in einem Statement gegenüber der APA.

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Auch Greenpeace-Chefin Jennifer Morgan reagierte mit scharfer Kritik auf den Entwurf. Dies sei kein Plan zur Lösung der Klimakrise. Es sei nur eine höfliche Bitte, dass die Staaten „vielleicht, wenn möglich“ im nächsten Jahr mehr tun. „Die Verhandler sollten gar nicht erst darüber nachdenken, diese Stadt zu verlassen, ohne einen Deal geschlossen zu haben, der den Herausforderungen gerecht wird.“ Im Kapitel über Klimahilfen müssten „echte Zahlen“ und ein Finanzplan stehen, in einer Größenordnung von Hunderten Milliarden Dollar.

Umweltschutzgruppen fordern bei der Klimakonferenz, dass klar anerkannt wird, dass die derzeitigen Klimapläne nicht ausreichen, um das 1,5 °C-Ziel zu erreichen. Dafür braucht es einen verbindlichen Plan, um rasch zu Verbesserungen zu kommen. Im aktuellen Text hat die Aufforderung an die Länder mehr zu tun aber lediglich einladenden Charakter. Global 2000 drängt daher auf mehr Verbindlichkeit und die klare Anforderung an alle Staaten nachzubessern.


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