Inhaftierter US-Journalist in Myanmar freigelassen

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Der in Myanmar zu elf Jahren Gefängnis verurteilt US-Journalist Danny Fenster ist überraschend freigelassen worden und hat das Land verlassen. Der 37-Jährige sei aus „humanitären Gründen“ begnadigt worden, erklärte Myanmars Militärjunta am Montag. Der vor einem halben Jahr festgenommene Fenster wurde aus dem berüchtigten Insein-Gefängnis in Yangon entlassen und in die Hauptstadt Naypyidaw gebracht, von wo aus er außer Landes flog.

Fenster war in der vergangenen Woche wegen angeblicher illegaler Verbindungen, Aufwiegelung gegen das Militär und Verstößen gegen Visaregelungen zu elf Jahren Haft verurteilt worden. Der Mitarbeiter des örtlichen Magazins „Frontier Myanmar“ war im Mai verhaftet worden, als er zu seinen Eltern fliegen wollte. Von Dienstag an hätte ihm ein neuer Prozess wegen Aufruhrs und „Terrorismus“ gemacht werden sollen. Bei einer Verurteilung hätte ihm dann eine lebenslange Haftstrafe gedroht.

Der Journalist wurde nun nach 176 Tagen Haft freigelassen und abgeschoben. Die Freilassung erfolgte nach Verhandlungen mit dem als Vermittler tätigen ehemaligen US-Diplomaten Bill Richardson und zwei japanischen Unterhändlern, wie die Junta erklärte.

Richardsons Organisation veröffentlichte auf Twitter ein Foto, das den früheren Gouverneur des Bundesstaates New Mexico und Fenster auf dem Flugfeld von Naypyidaw vor einem kleinen Flugzeug zeigt. Den Angaben zufolge sollte Fenster über Katar zurück in die USA fliegen. Demnach hatte Richardson persönlich mit Junta-Chef Min Aung Hlaing verhandelt.

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Fensters Familie reagierte erleichtert auf die Freilassung. „Wir sind überglücklich, dass Danny freigelassen wurde und sich auf dem Weg nach Hause befindet“, erklärte die Familie. „Wir können es kaum erwarten, ihn in unsere Arme zu schließen.“ Die Familie dankte allen, die sich für Fensters Freilassung eingesetzt hatten, „insbesondere Botschafter Richardson“.

Auch die US-Regierung zeigte sich erleichtert. „Wir begrüßen die Freilassung des US-Journalisten Daniel Fenster aus einem Gefängnis in Birma, wo er fast sechs Monate lang zu Unrecht inhaftiert war“, erklärte US-Außenminister Antony Blinken und verwendete dabei den früher für Myanmar üblichen Landesnamen. „Wir sind froh, dass Danny bald mit seiner Familie wiedervereint wird, und rufen weiterhin zur Freilassung anderer auf, die in Burma ungerechterweise inhaftiert sind.“

Seit dem Militärputsch in Myanmar im Februar wurden nach UN-Angaben mehr als 1.200 Menschen bei von den Sicherheitskräften gewaltsam aufgelösten Protesten getötet. Mehr als 8.000 Menschen wurden demnach festgenommen. Darunter waren nach Angaben der Organisation Reporting Asean mehr als hundert Journalisten. Im Zuge einer Amnestie kamen im Oktober zahlreiche Gefangene frei. Nach Angaben von Reporting Asean befinden sich aber nach wie vor mindestens 30 Journalisten in Haft.


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