Tausende demonstrieren gegen Corona-Maßnahmen in Wien

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Kurz vor dem Inkrafttreten des bundesweiten Lockdowns am Montag haben Gegner der Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie zu Demonstrationen in Wien aufgerufen. Die Exekutive rechnete am Samstag mit bis zu 15.000 Teilnehmern in der Wiener City, die FPÖ sprach gar von 100.000 Menschen. Am Vormittag wurden bereits zahlreiche Busse an der Stadtgrenze und in den Bundesländern kontrolliert, sagte Polizeisprecher Markus Dittrich. Die Exekutive rät, die Wiener Innenstadt zu meiden.

Am Heldenplatz waren bereits vor 12.00 Uhr tausende Maßnahmen-Gegner und Covid-Leugner versammelt. Bei Demonstrationen mit mehr als 50 Teilnehmern müssen alle eine FFP2-Maske tragen, sofern nicht alle Teilnehmer einen 2G-Nachweis haben. Demonstranten mit Masken waren allerdings die absolute Ausnahme, Österreich-Fahnen hingegen waren zahlreiche zu sehen. Die Polizei kündigte im Vorfeld Kontrollen der Maskenpflicht bei den Demonstranten an.

Die Exekutive ging nicht davon aus, dass die Lage eskalieren wird. Im Vorfeld hatten zahlreiche Querdenker und Covid-Leugner insbesondere auf Telegram mobilisiert. Auch die Teilnahme von Rechtsextremen (wie bei den Demos im Jänner bis März 2021) ist nach Ansicht des Innenministeriums wahrscheinlich. Aufrufe gab es auch bei den Identitären und in der Hooligan-Szene. Außerdem gab es Gerüchte über mögliche Angriffe auf Spitäler, Medienhäuser, Ministerien und das Parlament. Diese Einrichtungen der kritischen Infrastruktur werden besonders geschützt, betonte die Polizei. Mehr als 1.300 Beamte werden im Einsatz sein, sowohl aus Wien als auch aus den Bundesländern, dazu kommen Polizeidiensthunde. Auch bei den Impfstraßen der Bundeshauptstadt wurden die Sicherheitsmitarbeiter aufgestockt und die Polizeipräsenz erhöht.

Drei größere Kundgebungen wurden angezeigt, auf der Jesuitenwiese, dem Platz der Menschenrechte und am Heldenplatz. Gestartet wurde um 12.00 Uhr. Die FPÖ veranstaltet die größten Kundgebungen. Ihr Obmann Herbert Kickl wird aber nicht dabei sein, er wurde positiv auf das Coronavirus getestet und befindet sich in Quarantäne. Am Samstagvormittag waren in der Innenstadt am letzten Einkaufstag vor dem Lockdown zahlreiche Menschen beim shoppen.

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Die Polizei reit dazu, nicht mit dem Pkw in die inneren Bezirke zu fahren. Auch die Öffis können beeinträchtigt werden. Es wurde jedoch erwartet, dass insbesondere die Innenstadt, Mariahilf und Leopoldstadt quasi lahmgelegt werden. Auch „Alles Gurgelt“ wies in den inneren Bezirken bei Abgabestellen via Aushang darauf hin, dass es aufgrund der Demonstrationen zu Verzögerungen bei der Abholung von PCR-Tests bzw. der Auswertung kommen kann.

Auf Grund der derzeitigen epidemiologischen Lage ersuchte die Polizei im Hinblick auf die eigene Gesundheit und die Gesundheit anderer, nicht bei Versammlungen teilzunehmen. Ein kleiner Teil der Kundgebungen am Samstag war im Vorfeld von der Polizei untersagt worden.

In den Bundesländern sind am Samstag keine größeren Kundgebungen zu erwarten. Rund 800 Personen haben bereits am Freitag in Innsbruck gegen den anstehenden Corona-Lockdown und die angekündigte Impfpflicht demonstriert. Die Teilnehmer an der nicht angemeldeten Kundgebung zogen nach Angaben der Polizei gegenüber der APA durch die Innenstadt. Zwischenfälle gab es keine.


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