„Ana hat immer das Bummerl“-Sänger Horst Chmela gestorben

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Es war eine Geschichte vom Straßenkind zum Straßenfeger: Horst Chmela stieg aus einfachen Verhältnissen zur Wienerliedlegende auf. Am heutigen Montag ist der Musiker im Alter von 82 Jahren verstorben, wie sein Sohn dem „Kurier“ bestätigt. Damit endet eine Bilderbuchkarriere, die den am 29. Oktober 1939 geborenen Wiener vor allem mit „Ana hat immer das Bummerl“ zum Plattenmillionär machte. Dabei war dem sechsten Kind eines Schuhmachers dieser Erfolg nicht in die Wiege gelegt.

Chmela beschrieb sich später selbst als einen echten Gassenjungen, der in den Kriegstrümmern nach Buntmetall suchte. Später erlernte der Ottakringer zunächst wie sein Vater und Bruder das Schuhmacherhandwerk und wurde mit 23 Jahren damals jüngster Meister Wiens. Daneben jobbte er aber bereits als Musiker in diversen Amateurformationen und landete 1964 mit seiner Band Sunset Four und dem Titel „Symphonie d‘amore“ auf Platz 3 der Hitparade - ein Erfolg, den „Mädchen, die weinen“ 1965 mit Platz 2 hinter den Beatles noch toppte.

Die Auflösung der Sunset Four 1969 traf Chmela ins Mark, worauf er einen Heurigen eröffnete. Aus der Frustration dieser Zeit entstand sein Millionenhit „Ana hat immer das Bummerl“ („Einer hat immer das Bummerl“), der mit 2,5 Millionen verkauften Platten zum Klassiker des Wienerlieds avancierte. Von dem Stück liegen heute mehr als 200 Coverversionen vor - in Einspielungen von Karl Moik über Marianne & Michael bis zu Stefan Remmler.

Auch „Der depperte Bua“ entwickelte sich zum Gassenhauer. „Es folgte der dritte Paukenschlag. Kollegen, Freunde und Fans verblüffte es, dass schon wieder so ein Multi-Mega-Hit erschien: Her mit meinen Hennen, der Gockola ist da“, erinnert sich Chmela später an diese Zeit. Mit seinen Auftritten, die von der Wernesgrüner Musikantenschenke bis zum Donauinselfest reichten, hatte es der Künstler zum Volkssänger gebracht. Nebenbei agierte Chmela im „Kaisermühlen-Blues“ als Möbelwagenlenker.

Zu den späten Aufnahmen gehörte etwa „Vienna Tuning“, neue Arrangements, die in Los Angeles, Sofia und Wien eingespielt wurden. Darunter fand sich dann auch ein gemeinsames Lied mit Jose Feliciano sowie Duette mit Herbert Prohaska und Karl Hodina. Insgesamt sind im Laufe seiner langen Karriere 80 Tonträger vom einstigen Wiener Gassenjungen erschienen, der rund 500 Titel geschrieben hat. Dafür erhielt Chmela unter anderem das Goldene Verdienstkreuz des Landes Wien, die Robert-Stolz-Plakette und die Krone der Volksmusik.


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