WHO-Staaten beraten über Pandemie-Abkommen

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Im Ringen um eine wirksamere Bekämpfung von Pandemien hat sich die Weltgesundheitsorganisation (WHO) eindringlich für ein weltweites Abkommen über gemeinsame Gegenmaßnahmen stark gemacht. Eine gerechte Verteilung von Impfstoffen müsse ein zentraler Baustein dieser Strategie werden, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus am Montag in Genf. Österreich unterstützt einen rechtlich verbindlichen Pandemievertrag, betonte Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne).

„Diesen Vertrag braucht es, um weltweit für künftige Pandemien gerüstet zu sein“, erklärte Mückstein, der über dieses Thema und weitere aktuelle Entwicklungen rund um Covid-19 am Montag bei einer Videokonferenz mit WHO-Regionaldirektor Hans Kluge sprach, gemäß einer Aussendung.

„Impfstoff-Gerechtigkeit ist kein Akt der Güte, sie ist im besten Interesse jedes einzelnen Landes“, so Tedros zum Auftakt einer Ministerkonferenz über einen künftigen Pandemie-Pakt. „Kein Land kann sich allein aus der Pandemie impfen.“ Die USA und China sind skeptisch. Sie wollen eigentlich keine neuen multilateralen Verpflichtungen eingehen.

Tedros kritisierte, dass in der Corona-Pandemie bisher 80 Prozent der Impfstoffe an wohlhabende Länder gegangen seien. „Jetzt haben die Länder die Wahl, in eine gesündere, sicherere und fairere Zukunft zu investieren.“

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Nach Ansicht der geschäftsführenden deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel benötigt die WHO mehr Geld für diese großen Aufgaben. Sie warb in einer kurzen Video-Grußbotschaft für eine deutliche Aufstockung der Beiträge.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sagte angesichts der neuen Corona-Variante Omikron, dass die Welt bereits Lernfähigkeit bewiesen habe. „Südafrikas Analysearbeit und die Transparenz beim Teilen seiner Ergebnisse waren unerlässlich, um eine rasche globale Reaktion zu ermöglichen“, sagte sie per Video. Dieses Vorgehen habe zweifellos viele Leben gerettet und sei ein Beispiel dafür, wie die internationale Zusammenarbeit angesichts grenzüberschreitender Gesundheitsbedrohungen funktionieren sollte. EU-Ratspräsident Charles Michel sagte, „wir brauchen einen schrittweisen Wandel in unserer globalen Gesundheitsarchitektur.“

Die WHO-Ministerkonferenz tagt bis Mittwoch im Hybridformat, um diesen Prozess mittels einer Resolution auf den Weg zu bringen. Im Resolutionsentwurf ist die Rede von Verhandlungen über „einen Vertrag, ein Abkommen oder eine andere internationale Übereinkunft der WHO“ über die Verhinderung und Bewältigung von Pandemien.


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