Staatsanwaltschaft: Maxwell „rechte Hand“ bei Verbrechen

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Zu Beginn des Missbrauchsprozesses gegen Jeffrey Epsteins Ex-Partnerin Ghislaine Maxwell hat die Staatsanwaltschaft der 59-Jährigen Beihilfe zu schweren Sexualverbrechen gegen Minderjährige vorgeworfen. Die Angeklagte sei bei den Verbrechen die „rechte Hand“ Epsteins gewesen, sagte eine Staatsanwältin am Montag bei ihrem Eröffnungsplädoyer vor Gericht in New York.

In dem durch Epstein betriebenen Missbrauchsring habe Maxwell eine entscheidende Rolle gespielt, das Vertrauen von Mädchen gewonnen und sie ihrem ehemaligen Partner zugeführt. „Sie wusste genau, was passieren würde“, so die Anklage weiter.

Bei dem Verfahren gegen Maxwell will die Staatsanwaltschaft die Jury davon überzeugen, dass sie eine zentrale Rolle beim Missbrauch von Minderjährigen gespielt habe. Ihrem Ex-Partner Epstein war der Aufbau einen Prostitutionsrings mit Dutzenden minderjährigen weiblichen Opfern vorgeworfen worden.

Ein Prozess im Jahr 2008 endete mit einem vorteilhaften Deal für Epstein, den viele für einen Skandal hielten. Zu einem erneuten Prozess in New York gegen den bestens vernetzten Multimillionär - und Bekannten unter anderem von Bill Clinton, Donald Trump, Bill Gates oder dem britischen Prinz Andrew - kam es nie, weil Epstein 2019 tot in seiner Gefängniszelle gefunden wurde. Gerichtsmediziner kamen zu dem Schluss, dass er Suizid begangen hatte.

Der Prozess gegen Maxwell wird schätzungsweise sechs Wochen dauern, die Staatsanwaltschaft stützt sich auf vier Hauptzeuginnen. Die zu verhandelnden Fälle reichen von 1994 bis 2004, die mutmaßlichen Verbrechen sollen in Epsteins Anwesen in New York, Florida, Santa Fe und London stattgefunden haben. Maxwell ist in sechs Punkten angeklagt, ihr drohen im Falle einer Verurteilung viele Jahre Haft.


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