Kilde siegt in Heimat von Freundin Shiffrin im Super-G

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Aleksander Aamodt Kilde hat den ersten Sieg seit seiner Rückkehr in den Ski-Weltcup nach einer schweren Verletzung gefeiert. Der Norweger setzte sich am Freitag im zweiten Super-G von Beaver Creek mit Mini-Vorsprung vor Weltcup-Leader Marco Odermatt aus der Schweiz durch. Er gewann damit erstmals in Colorado, unweit des Heimatorts seiner Freundin Mikaela Shiffrin. Bester Österreicher war Matthias Mayer, der vor Vincent Kriechmayr auf Platz vier fuhr.

„Es ist gewaltig, richtig geil“, freute sich Kilde, der am Donnerstag im ersten Beaver-Creek-Super-G noch ausgeschieden war, über seinen siebenten Weltcup-Erfolg. Kilde bestritt am Freitag erst das dritte Rennen nach seiner langen Zwangspause.

„Gestern habe ich gesagt, heute mache ich nur ein paar Schritte, nicht so viel Risiko. Dann hat alles gepasst“, erklärte Kilde im ORF-Fernsehen. Der Weltcup-Gesamtsieger der Saison 2019/2020 bestreitet aktuell eine Comeback-Saison, nachdem er im vergangenen Jänner beim Training in Hinterreit einen Kreuzbandriss erlitten hatte.

Vor dieser Saison machte Kilde die Beziehung mit Alpin-Wunderkind Shiffrin öffentlich. Die US-Amerikanerin ist in Vail, nur wenige Kilometer von Beaver Creek entfernt aufgewachsen und abseits des Winters immer noch zu Hause. Danach befragt, ob er die Unterstützung aus dem Shiffin-Lager auch selbst spüre, meinte er: „Hoffentlich, schauen wir einmal. Cool, dass die Fans zurück sind.“

Drei Hundertstelsekunden fehlten Odermatt auf seinen dritten Saisonsieg. Der Schweizer hatte am Vortag sowie den Weltcup-Auftakt-RTL in Sölden gewonnen. „Nach der Golden-Eagle-Kompression bin ich einmal auf das Außentor losgefahren, dann gemerkt, es wäre einfacher links zu fahren. Da liegen sicher drei Hundertstel“, erläuterte der 24-Jährige. Platz drei holte mit Travis Ganong (+0,37 Sek.) ein US-amerikanischer Lokalheld.

Mayer verpasste erstmals bei einem Speed-Event in dieser Saison das Podest und wurde mit 0,92 Rückstand Vierter. Der Kärntner war mit seiner Fahrt zwar nicht unzufrieden, der Topspeed der Läufer vor ihm fehlte trotzdem. „Ich habe eigentlich relativ gut attackieren können. Es ist so ein typischer Tag, wo ich analysieren muss und schauen muss, wo ich die Zeit verloren habe“, sagte er.

Bei Super-G-Weltmeister Kriechmayr (+0,95) lief es mit Startnummer 5 nicht ganz so locker, wie es zuletzt oft der Fall war. „Herunten bin ich über den Golden-Eagle-Sprung zu direkt gewesen, das hätte ich eigentlich ganz anders besichtigt“, meinte der Oberösterreicher. „Da muss man natürlich nacharbeiten, das ist nicht schnell. Zumindest hab ich unten ein bisschen mehr Engagement gezeigt als gestern.“

Drittbester ÖSV-Läufer war Raphael Haaser, der als Achter (+1,45) erneut eine starke Leistung zeigte. Daniel Danklmaier kam auf Position 23 (+2,0), auch Christian Walder (25./+2,08) und Stefan Babinsky (28./+2,15) machten Weltcup-Punkte. Unter den Ausgefallenen war auch der Kärntner Max Franz, der seine Fahrt beendete, nachdem er ein Tor verpasst hatte.

Der Norweger Kjetil Jansrud kam schon relativ weit oben auf der Strecke zu Sturz und wurde erst vom Sicherheitsnetz gebremst. Der 36-Jährige stand selbstständig auf und rutschte ins Ziel. Er klagte aber über Schmerzen im Knie und im Schlüsselbeinbereich und wollte sich von Ärzten untersuchen lassen.


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