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Langjähriger Republikaner-Anführer Bob Dole gestorben

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Der langjährige frühere US-Senator und ehemalige republikanische Präsidentschaftskandidat Bob Dole ist tot. Wie seine Familie mitteilte, ist er am Sonntag mit 98 Jahren gestorben. Dole gehörte in den 1980er und 1990er Jahren zu den politischen Schwergewichten der konservativen Partei. Bei der Präsidentenwahl 1996 zog er gegen den demokratischen Amtsinhaber Bill Clinton den Kürzeren. Den Staat Kansas vertrat er fast drei Jahrzehnte im US-Senat.

Bei seiner Präsidentschaftskandidatur war Dole 73 Jahre alt. Damit war er bis zum Duell von Donald Trump (74) und Joe Biden (78) bei der Wahl 2020 die älteste Person, die von einer der beiden US-Großparteien jemals ins Rennen ums Weiße Haus geschickt worden waren. Dole war auch der letzte Veteran des Zweiten Weltkriegs, der bei einer US-Präsidentschaftswahl antrat.

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US-Präsident Biden würdigte seinen früheren Senatskollegen. Dole sei „ein amerikanischer Staatsmann wie wenige in unserer Geschichte“ gewesen. „Er hatte ein unverrückbares Gefühl für Integrität und Ehre“, erklärte Biden. Im Senat seien sie oft unterschiedlicher Meinung gewesen, aber Dole habe nie gezögert, mit ihm oder den Demokraten zusammenzuarbeiten, so Biden weiter. Dole sei für ihn ein wahrer Freund gewesen, erklärte der 79-Jährige.

Dole galt als Vertreter des wertkonservativen Flügels der Republikaner. In den Senat gewählt wurde er im Jahr 1969. Sieben Jahre später machte ihn US-Präsident Gerald Ford zu seinem Vizepräsidentschaftskandidaten, doch gingen die beiden bei der Wahl 1976 mit fliegenden Fahnen unter.

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Der politischen Karriere Doles tat dies aber keinen Abbruch. Im Jahr 1985 wurde er zum Fraktionschef der Republikaner im Senat, drei Jahre später konnte er sich in der Vorwahl der US-Republikaner nicht gegen den amtierenden Vizepräsidenten George H. W. Bush durchsetzen. Acht Jahre später war es dann soweit. Die oppositionellen Republikaner kürten Dole zu ihrem Herausforderer bei der Präsidentenwahl 1996.

Der demokratische Amtsinhaber Clinton konnte sich jedoch insbesondere wegen des Antretens des texanischen Rechtspopulisten Ross Perot, der acht Prozent der Stimmen erreichte, im Weißen Haus halten. Obwohl sich Clinton mit 49 zu 41 Prozent durchsetzte, wurde Doles Ergebnis als beachtlich angesehen.

Nach dem Ende seiner aktiven politischen Karriere zog sich Dole keineswegs zurück, sondern blieb unter anderem als gefragter Fernsehkommentator aktiv. Vor der Präsidentschaftswahl 2016 unterstützte er den Gouverneur von Florida, Jeb Bush, als republikanischen Präsidentschaftskandidaten. Nach dem Vorwahlsieg von Trump war Dole aber der einzige lebende republikanische Ex-Präsident bzw. Präsidentschaftskandidat, der sich hinter den umstrittenen Rechtspopulisten stellte. Nach dessen Wahlniederlage im Jahr 2020 distanzierte sich Dole aber von Trump und betonte, dass es „nicht den geringsten Wahlbetrug“ gegeben habe.

Dole diente im Zweiten Weltkrieg im US-Militär und wurde 1945 in Italien schwer verwundet, als seine Einheit von deutscher Artillerie beschossen wurde. Nach dem Krieg befand er sich rund drei Jahre vor allem in Krankenhäusern oder Rehabilitationszentren. Sein rechter Arm blieb infolge seiner Verletzungen zeitlebens teils gelähmt. Dole studierte nach dem Krieg Jus, wurde Staatsanwalt und ging schon 1960 als Abgeordneter in die Politik. Acht Jahre später wurde er für seinen Heimat-Bundesstaat Kansas erstmals in den mächtigen US-Senat gewählt. Er beeinflusste dabei auch die US-Außenpolitik stark mit. Vor dem Hintergrund seiner eigenen Lebensgeschichte machte er sich auch für Rechte Behinderter stark.


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