Salzburger Pfingstfestspiele lassen 2022 Sevilla hochleben

  • Artikel
  • Diskussion

Die andalusische Stadt Sevilla steht im Mittelpunkt der Salzburger Festspiele Pfingsten 2022, die von 3. bis 6. Juni stattfinden sollen. Zentrale Produktion des von Cecilia Bartoli geleiteten Kurzfestivals wird die Neuinszenierung des „Barbier von Sevilla“ - eine der angeblich 153 Opern, die in oder rund um die südspanische Stadt spielen. Ein Flamencoabend und ein Galakonzert mit dem Who is Who der Opernwelt finden sich ebenso im Programm, das am Montag präsentiert wurde.

Zwei Mal wird „Il barbiere di Siviglia“ von Gioachino Rossini im Haus für Mozart auf die Bühne gebracht, und die Intendantin schlüpft dabei in die Rolle der Rosina - jene Partie, mit der Bartolis große Karriere einst begann. Regie führt Rolando Villazon, der in seiner Inszenierung einen neuen Protagonisten namens Arturo einbringt, verkörpert vom italienischen Verwandlungskünstler Arturo Brachetti. Edgaro Rocha übernimmt die Partie des Conte d‘Almaviva, Alessandro Corbelli wird als Bartolo zu sehen sein, Nicola Alaimo als Figaro, Ildar Abdrazakov spielt den Basilio und José Coca Loza mimt Fiorello. Gianluca Capuano dirigiert das von Bartoli gegründete Orchester Les Musiciens du Prince-Monaco und den Philharmonia Chor Wien.

Schlicht mit „Iberia“ ist eine Klaviermatinee mit Javier Perianes übertitelt. Er spielt Werke der spanischen Komponisten Enrique Granados („Goyescas“), Manuel de Falla („El amor brujo“) und Isaac Albéniz („Iberia“). Sevillas Wahrzeichen La torre del oro (Der goldene Turm) gibt dem Konzert am Samstagabend den Namen. So wie dieser Turm als Symbol für den kulturellen Austausch zwischen der Kolonialmacht Spanien und den ehemaligen Kolonien in Südamerika gilt, treten an diesem Abend spanische und südamerikanische Musik in den Dialog. Der Bogen ist dabei von südamerikanischen Jácaras über Folías oder venezolanische Joropos bis zu Werken des spanischen Barockkomponisten Alonso Mudarra und traditioneller Musik sowohl Lateinamerikas als auch Spaniens sehr weit gespannt. Eingerichtet werden die Arrangements von Christina Pluhar.

„Ode an die Orangenblüte“ („Odo a la flor del naranjo“) heißt der Titel, der den Flamencoabend in der Felsenreitschule überspannt. Mit dem traditionellen, expressiven Gesang, der typischen Gitarrenbegleitung, den ineinandergreifenden Klatschmustern und natürlich dem charakteristischen Tanz kommen alle zentralen Elemente des Flamenco auf die Bühne. Federführend für diese Produktion ist Maria Pagés, die neben der Verantwortung für Regie, Choreografie und Kostüme auch selbst als Musikerin und als Tänzerin auftreten wird.

Darüber hinaus stehen ein Geistliches Konzert in der Kollegienkirche - „El siglo de oro“ (Das Goldene Zeitalter) - mit Werken aus dem 16. Jahrhundert und als Schlusspunkt ein Galakonzert mit dem Titel „Carmencita & Friends“ im Programmheft. Alleine der klingenden Namen wegen dürfte bei diesem Ausklang ein ausverkauftes Haus eine gesetzte Bank sein: Von Maria Agresta und Rebeca Olvera über Piotr Beczala, Plácido Domingo, Rolando Villazon oder Ildar Abdrazakov bis zur Chefin selbst, also Cecilia Bartoli, wird hier ein „Gassenhauer“ der Opernwelt nach dem anderen geboten.

)


Kommentieren


Schlagworte