Rollen bei Salzburg gegen den WSG eigentlich klar verteilt

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Eigentlich darf sich die WSG Tirol zum Jahresausklang kaum Hoffnung machen. Am Samstag (17.00 Uhr) gastieren die Tiroler in der 18. Runde der Fußball-Bundesliga bei Champions-League-Achtelfinalist Salzburg. Doch die „Bullen“ schwächelten zuletzt in der Liga, auch der historische CL-Sieg könnte Kräfte gekostet haben. Der TSV Hartberg empfängt mit dem Wolfsberger AC das Team der Stunde. Die SV Ried begeht den Jahresabschluss daheim gegen Schlusslicht SCR Altach.

„Die kommende Partie in der Red-Bull-Arena ist mit Sicherheit die schwierigste Aufgabe der ganzen Saison“, sagte Tirol-Trainer Thomas Silberberger, der aber „das Unmögliche möglich machen“ will. 0:5, 1:5 und 0:4 kam die WSG in den drei jüngsten Auftritten in Salzburg unter die Räder. Immerhin ist man neben Austria Klagenfurt, das dieses Kunststück Ende November zuwege brachte, der bisher letzte Ligakontrahent, der die Salzburger biegen konnte - am 21. April siegten die Hausherren am Tivoli mit 3:2. Das sei „auch eine Auszeichnung für die WSG“, befand der Coach. „Die Favoritenrolle könnte nicht klarer sein. Ich würde sie mit 90:10 definieren.“ Silberberger hofft, „dass ein paar Spieler geschont werden, Jaissle nicht mit der besten Elf aufläuft. Wobei das bei Red Bull Salzburg in Wirklichkeit auch völlig egal ist.“ Ihm selbst wird neben Tobias Anselm der gesperrte Mittelfeldroutinier Thanos Petsos fehlen.

Salzburg gelobte aller Feierlaune zum Trotz, noch einmal mit voller Kraft anzutreten. „Unser Ziel ist es, für einen letzten Dreier noch einmal alles rauszuhauen und die Herbstsaison mit einem Sieg abzuschließen“, betonte Trainer Matthias Jaissle. „Die Bundesliga ist einfach die Basis dafür, dass wir Abende wie am Mittwoch in der Champions League genießen dürfen. Deswegen tun wir gut daran, auch das Tirol-Spiel mit vollem Fokus anzugehen.“ Dass man in den jüngsten fünf Ligapartien sieben Zähler liegen ließ, mag er den Kickern verzeihen. „Entscheidend ist aber, dass wir am Ende ganz oben stehen. Und da ist es so, dass leider noch ein paar Monate vor uns liegen“, sagte Jaissle.

Der WAC ist nach sieben Siegen in den vergangenen acht Runden auf den zweiten Platz hinter Meister Salzburg vorgestoßen. Zum Jahresabschluss haben Michael Liendl und Co. noch einen weiteren Erfolg gegen Hartberg eingeplant. Der erste Saisonvergleich ging allerdings an die Blauweißen: Hartberg siegte in Wolfsberg nach zwei Treffern in den ersten 20 Minuten mit 3:1. Daheim hat der TSV in vier Duellen in der Bundesliga aber noch keinen Sieg (0-2-2) gegen den WAC geholt. Die Vorbereitung auf die Partie gestaltete sich für beide Seiten aufgrund des Wintereinbruchs ein wenig komplizierter. Seit Mittwoch war beim WAC Training auf Kunstrasen angesagt. In Hartberg wurde indes geschaufelt, nachdem die Rasenheizung nach über 20 Zentimetern Neuschnee nicht mehr ausreichte.

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„Wir wünschen uns natürlich alle, dass wir die Serie, die wir in den letzten Wochen und Monaten gehabt haben, auch im letzten Spiel des Jahres fortsetzen können. Wir wollen unsere Leistung auch in Hartberg gebündelt auf den Platz bringen und mit einem guten Gefühl in die Winterpause gehen“, sagte WAC-Coach Robin Dutt. Hartbergs Cheftrainer Kurt Russ steht der zuletzt gesperrte Thomas Rotter wieder zur Verfügung. Russ stellt sich auf einen spielerisch starken Gegner mit viel Selbstvertrauen ein. „Das bedeutet für uns, dass wir die Räume sehr eng halten müssen. Unser Umschaltspiel muss funktionieren und das haben wir auch trainiert“, betonte er. Zum Abschluss gelte es, noch einmal „alles rauszuhauen“.

Zum letzten Mal unter der Ägide von Trainer Christian Heinle geht Ried in das Match gegen Altach. „Wir wollen dieses Spiel unbedingt gewinnen“, erklärte Heinle, der im Jänner von Robert Ibertsberger abgelöst wird. Ein Sieg gegen das Schlusslicht aus dem „Ländle“ würde den Oberösterreichern wichtige Punkte im Kampf um die Top Sechs bringen. „Für uns ist das Spiel gegen Altach irrsinnig wichtig. Fünf Runden vor der Punkteteilung sind wir noch immer voll dabei“, gab Heinle an. „Altach ist ein gefährlicher Gegner. Sie haben gegen uns immer sehr gut gespielt und waren die bessere Mannschaft. Das wollen wir jetzt ändern und drei Punkte holen.“ Mittelfeldmann Nikola Stosic glaubt nicht, „dass wir der Favorit sind. Dazu ist in der Tabelle alles zu knapp“.

Nüchtern betrachtet ist Ried dennoch in der Favoritenrolle. Altach schleppt sich der Herbst-Ziellinie entgegen, kassierte zuletzt fünf Niederlagen in Folge und erzielte dabei kein einziges Tor. „Wir wissen, dass wir unter Druck sind. Deshalb müssen wir etwas Positives mitnehmen“, forderte Coach Damir Canadi. Mit der Roten Laterne wird man in jedem Fall überwintern, denn die elftplatzierte Admira, der man im ersten Saisonduell 0:2 unterlag, hat drei Punkte Vorsprung. Bei Gleichstand zählen die direkten Duelle. „Es hat natürlich Gründe, dass wir in den letzten Wochen so performt haben. Wir müssen eine geschlossene Einheit auf dem Platz sein. Entschlossenheit wird der Schlüssel sein“, befand Canadi. Nicht mehr mit dabei sein wird Martin Kobras. Der 35-jährige Tormann hört nach 12 Jahren in Altach auf.


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